Replimune hat sein erstes Quartal als kommerzielles Unternehmen hinter sich, doch in der Kasse klingelt es noch nicht. Die ersten Lieferungen von TUDRIQEV gingen erst Anfang Oktober an Patienten, also nach Ende des Berichtszeitraums. Dafür fiel der Verlust kleiner aus als erwartet.
Verlust schrumpft, Umsatz fehlt
Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende September stand ein Nettoverlust von 57,1 Millionen Dollar zu Buche, nach 69,8 Millionen im Vorquartal. Je Aktie ergibt sich ein Minus von 0,54 Dollar. Analysten hatten mit 0,75 Dollar gerechnet. Umsatz gab es keinen, erwartet worden war ein Million Dollar.
Die Kostenstruktur verschiebt sich. Die Forschungsausgaben sanken auf 34,4 Millionen Dollar, weil Studien auslaufen. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen dagegen auf 21,9 Millionen Dollar, da das Unternehmen sein Vermarktungsteam aufbaut.
Die Aktie gab vorbörslich zunächst rund zwei Prozent nach. Marktbeobachter sehen darin eine verhaltene Reaktion: Anleger wollen offenbar erst echte Verkaufszahlen sehen.
Start nach Plan, Prognose bleibt aus
Operativ meldet das Management einen guten Auftakt. Mehr als 70 Prozent der 200 Prioritätskliniken sind angesprochen, über 15 Einrichtungen haben TUDRIQEV bereits verschrieben. Spitzenzentren wie Memorial Sloan Kettering und Moffitt haben das Mittel in ihre Arzneimittelliste aufgenommen. Die Zulassung gilt für Patienten nach einer PD-1-Therapie, ohne vorherige BRAF-Behandlung. Das breite Label sehen die Ärzte laut Unternehmen als Vorteil.
Auch beim Zugang läuft es offenbar rund. Die Therapie steht in den NCCN-Leitlinien als Empfehlung der Kategorie 2A, mehrere Kostenträger haben Erstattungsregeln veröffentlicht, darunter auch Medicare.
Eine Umsatzprognose gibt Finanzchefin Emily Hill nicht ab. Der Listenpreis beträgt 450.000 Dollar je Therapiezyklus vor Rabatten. Weil eine Behandlung acht oder mehr Gaben über mehrere Monate umfasst, dürften sich Erlöse ungleichmäßig auf die Quartale verteilen. Das erschwert die Modellierung.
Kasse gefüllt, nächste Schritte terminiert
Die liquiden Mittel stiegen auf 307,8 Millionen Dollar, getragen von einer Kapitalerhöhung im August mit netto rund 141 Millionen Dollar. Das Geld soll laut Unternehmen länger als zwölf Monate reichen und deckt den Marktstart sowie die Bestätigungsstudie IGNYTE-3 ab. Parallel läuft die Studie REVEAL zu RP2 beim Aderhautmelanom.
Bis Ende 2026 will Replimune die Zahl der aktiv behandelnden Kliniken verdoppeln, anschließend sollen weitere 250 Einrichtungen folgen. Eine dauerhafte Abrechnungsnummer (J-Code), die vor allem niedergelassene Praxen erreichen soll, erwartet das Management bis April 2027. Erste Produktumsätze sollen im dritten Geschäftsquartal in der Bilanz auftauchen. Die Analystenziele liegen zwischen 14 und 24 Dollar.
Replimune-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Replimune-Analyse vom 29. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Replimune-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Replimune-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
