Die Aktie von Replimune verzeichnete am heutigen Dienstag deutliche Kursgewinne. Das Papier stieg im Handelsverlauf um 3,7 % auf 13,11 € und setzt damit eine dynamische Entwicklung fort, die dem Wert innerhalb der letzten 30 Tage ein Plus von 50 % bescherte. Getrieben wird das Interesse durch optimistische Analysteneinschätzungen und die Fortschritte bei der Markteinführung der onkolytischen Virustherapie Tudriqev.
Analysten heben Kursziele nach Zulassungs-News an
Mehrere Analysehäuser haben ihre Bewertung für das Biotech-Unternehmen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben korrigiert. Die Analysten von Leerink stuften die Aktie am 4. August auf „Outperform“ hoch und hoben das Kursziel von zuvor 11 US-Dollar auf 17 US-Dollar an.
Auch Wolfe Research vergibt seit Anfang August ein „Outperform“-Rating. Wedbush schloss sich am 7. August mit einer Kaufempfehlung und einem Ziel von 12 US-Dollar an, während Piper Sandler das Papier bereits Ende Juli mit „Strong-Buy“ bewertete.
Diese positiven Stimmen folgen auf die US-Zulassung von Tudriqev zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms. Experten wie Sunandana Chandra von der Northwestern University weisen in Medienberichten darauf hin, dass der Weg für onkolytische Virustherapien zwar aufgrund von Eintrittsbarrieren komplex sei, Tudriqev jedoch eine wichtige neue Behandlungsoption darstelle. Das Unternehmen bereitet derzeit den kommerziellen Start des Produkts vor, das einen neuen Pfeiler in der Melanom-Therapie bilden soll.
Quartalszahlen und institutionelles Interesse
Am Freitag legte Replimune die Zahlen für das erste Quartal vor. Das Ergebnis je Aktie (EPS) lag bei minus 0,72 US-Dollar. Damit verfehlte das Unternehmen die durchschnittlichen Markterwartungen von minus 0,69 US-Dollar leicht.
Trotz des anhaltenden Verlusts bleibt das Interesse institutioneller Investoren hoch, die zusammengenommen rund 92,5 % der Anteile halten. So hat etwa Quantinno Capital Management seine Position im ersten Quartal massiv um über 780 % auf nunmehr 108.477 Aktien ausgebaut.
Während die institutionelle Basis verbreitert wurde, gab es auf der Führungsebene zuletzt Verkäufe. Innerhalb der vergangenen 90 Tage veräußerten Insider insgesamt 81.868 Aktien im Wert von über einer Million US-Dollar. Am 10. August verkauften unter anderem der Chief Accounting Officer Andrew Schwendenman sowie Konstantinos Xynos Anteile zu einem Kurs von durchschnittlich 12,97 US-Dollar.
Rechtsstreit um Studiendaten belastet das Umfeld
Trotz der operativen Fortschritte sieht sich Replimune mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Die Kanzlei The Gross Law Firm erinnerte heute an eine wichtige Frist für eine Sammelklage gegen das Unternehmen. Anleger, die zwischen dem 20. Oktober 2025 und dem 10. April 2026 Aktien erworben haben, können sich bis zum 5. Oktober 2026 als Hauptkläger bewerben.
Hintergrund der Klage sind Vorwürfe bezüglich mutmaßlich falscher Aussagen im Zusammenhang mit dem Zulassungsantrag (BLA). Konkret geht es um eine ungeplante Analyse, die auf Daten von lediglich 40 Patienten basierte, während ursprünglich 400 Patienten für die Studie eingeplant waren.
Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, die Tragfähigkeit dieser Datenbasis gegenüber dem Markt nicht transparent kommuniziert zu haben. Bisher scheint die positive Dynamik durch die tatsächliche Zulassung diese rechtlichen Risiken am Markt jedoch zu überlagern.
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