An der Börse herrscht bei Replimune Group plötzliche Unruhe. Das Handelsvolumen bei Verkaufsoptionen sprang am Montag auf das Anderthalbfache des üblichen Niveaus. Offensichtlich positionieren sich Marktakteure für ein volatiles Szenario. Das Put-Call-Verhältnis kletterte dabei auf einen Wert von 3,43.
Die letzte Chance für RP1
Im Zentrum der Aufregung steht der Hoffnungsträger RP1. Das Medikament soll zur Behandlung von fortgeschrittenem Hautkrebs eingesetzt werden. Der aktuelle Zulassungsantrag ist bereits der dritte Versuch des Unternehmens. Zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA das Mittel zweimal abgelehnt.
Die Zeit drängt. Ende Juli ist ein Treffen des zuständigen Beratungsausschusses geplant. Die endgültige Entscheidung der FDA muss bis spätestens zum 2. August 2026 fallen. Für das klinische Biotech-Unternehmen steht viel auf dem Spiel. Ein erneutes Scheitern würde die gesamte Unternehmensstrategie gefährden.
Hoher Cash-Burn belastet
Finanziell bewegt sich Replimune auf dünnem Eis. Im letzten Geschäftsjahr belief sich der Nettoverlust auf 313,9 Millionen US-Dollar. Die hohen Kosten für die Forschung zehren an den Reserven. Parallel dazu sanken die Barbestände auf rund 269 Millionen US-Dollar.
Die liquiden Mittel reichen nach aktueller Planung bis zum ersten Quartal 2027. Ein positiver Bescheid der FDA ist daher für die langfristige Finanzierung essenziell. Ohne Zulassung müsste das Unternehmen voraussichtlich neues Kapital aufnehmen. Das würde die Anteile der bestehenden Aktionäre massiv verwässern.
Die Nervosität spiegelt sich im Kurs wider. Die Aktie notiert aktuell bei 8,74 Euro. Das entspricht einem Tagesminus von über zwei Prozent. Bis zur Entscheidung im August ist mit einer anhaltend hohen Volatilität zu rechnen.
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