Replimune Aktie: JPMorgan hebt Ziel von 17 auf 20 Dollar

Die FDA-Genehmigung von Tudriqev bei fortgeschrittenem Melanom veranlasst JPMorgan zu einer Anhebung des Kursziels. Parallel untersuchen Anlegeranwälte frühere Studiendaten.

Auf einen Blick:
  • JPMorgan erhöht Kursziel auf 20 Dollar
  • FDA-Zulassung für Kombinationstherapie erhalten
  • Tumorrückgang bei 24 Prozent der Patienten
  • Anwaltskanzlei prüft mögliche Investorenansprüche

Nach der beschleunigten Zulassung des Krebsmedikaments Tudriqev durch die US-Arzneimittelbehörde FDA haben Analysten ihre Erwartungen an Replimune angepasst. Die US-Bank JPMorgan hob das Kursziel für die Papiere des Biotechnologie-Unternehmens am heutigen Montag an. Während die Markteinführung der neuen Therapie bei fortgeschrittenem Melanom im Fokus steht, wird das Unternehmen gleichzeitig mit juristischen Untersuchungen zu früheren Studiendaten konfrontiert.

Analystenlob und Zulassungserfolg

JPMorgan korrigierte den Zielwert für die Aktie von 17 auf 20 US-Dollar nach oben und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“. Hintergrund ist die Entscheidung der FDA, Tudriqev (RP1) in Kombination mit dem Wirkstoff Nivolumab für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs zuzulassen. Die Genehmigung gilt für Fälle, in denen eine vorangegangene Immuntherapie erfolglos blieb. In den zugrunde liegenden klinischen Untersuchungen zeigte sich bei 24 Prozent der 91 behandelten Patienten ein Schrumpfen der Tumore.

Diese Nachricht sorgte bereits in der vergangenen Woche für deutliche Kursgewinne. Am Donnerstag, dem Tag der Bekanntgabe des Erfolgs, legte das Papier um 8,7 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 876,50 Millionen Euro. Mit der Markteinführung von Tudriqev tritt Replimune in eine neue Phase der Unternehmensentwicklung ein, da das Mittel nun als Behandlungsoption für Patienten zur Verfügung steht, die auf Standardtherapien nicht mehr ansprechen.

Juristische Aufarbeitung früherer Studiendaten

Trotz des operativen Fortschritts steht das Management unter Beobachtung durch Anlegeranwälte. Die Kanzlei Bronstein, Gewirtz & Grossman gab bekannt, eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet zu haben. Im Kern geht es um Vorkommnisse am 28. Juli, als die FDA Briefing-Dokumente veröffentlichte, in denen eine Zulassungsstudie für RP1 als „nicht interpretierbar“ eingestuft wurde. Diese Einschätzung löste an jenem Tag einen massiven Kurssturz von über 37 Prozent aus.

Die Kanzlei prüft nun mögliche Ansprüche für Investoren, die durch diese Volatilität Verluste erlitten haben. Die aktuelle Kursentwicklung am heutigen Montag ist von einer gewissen Vorsicht geprägt: Das Papier notiert bei 10,12 Euro, was einem Rückgang von 2,97 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelsstand entspricht. Damit verarbeitet der Markt die gegensätzlichen Signale aus der Zulassungsmeldung und den laufenden rechtlichen Prüfungen.

Dynamik im Biotech-Sektor

Die Zulassung von Tudriqev ordnet sich in eine Reihe von regulatorischen Entscheidungen ein, die in den vergangenen Tagen den Biotech-Sektor bewegten. Neben Replimune erhielten auch andere Unternehmen Genehmigungen für neue Wirkstoffe. Für Replimune ist Tudriqev ein zentraler Bestandteil des Portfolios an onkolytischen Immuntherapien. Diese setzen darauf, Krebszellen direkt anzugreifen und gleichzeitig das Immunsystem des Patienten gegen den Tumor zu aktivieren.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie schnell das Unternehmen die kommerzielle Verwertung der neuen Kombinationstherapie vorantreiben kann. Anleger richten ihr Augenmerk dabei nicht nur auf die ersten Absatzzahlen, sondern auch auf die weitere Entwicklung der rechtlichen Untersuchung, die das Vertrauen in die wissenschaftliche Berichterstattung des Unternehmens zum Thema RP1 betrifft. Die angehobenen Kursziele der Analysten signalisieren jedoch, dass die Zulassung als der gewichtigere Faktor für die langfristige Bewertung eingestuft wird.

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