Am Freitag noch lief der Handel bei Replimune bereits alles andere als rund. Die Investoren schickten die Aktie mit einem Minus 19,46 % aus der Woche. Dann kam die FDA-Entscheidung, und am Montag war komplett Land unter angesagt. Die Aktie des Biotechunternehmens rauschte vorbörslich um rund 60 Prozent nach unten, so heftig, dass der Handel zwischenzeitlich ausgesetzt werden musste.
Replimune Group Aktie Chart
RP1 gescheitert, und zwar offiziell
Die FDA hat den Wirkstoff RP1, den Replimune gegen Melanom positioniert hatte, abgelehnt. RP1, auch bekannt als Vusolimogene Oderparepvec, war das Kernstück der Pipeline. Ein onkolytisches Virus, das direkt in Tumore injiziert wird und das Immunsystem aktivieren soll. Klingt vielversprechend, dachten auch viele Anleger. Die Behörde sah das anders.
Replimune hatte RP1 als Lead Asset vermarktet, als das Asset, das den Unterschied machen sollte. Nun ist es zunächst gescheitert, zumindest auf dem direkten Zulassungsweg. Was als nächstes kommt, ist offen. Verhandlungen mit der FDA sind möglich, aber das kostet Zeit, Geld und Nerven.
58 Prozent in einem Tag
Ein Minus von gut 58 Prozent nach einer einzigen Behördenentscheidung sagt alles darüber, wie viel Hoffnung in diesem Kurs steckte. Wer auf RP1 gesetzt hatte, hat verloren. Wer dachte, die FDA würde bei einem Melanom-Kandidaten mit klinisch bedeutsamer Wirksamkeit wohlwollend reagieren, lag eben falsch. So funktioniert das Biotech-Geschäft.
Replimune ist damit kein Einzelfall, aber ein besonders schmerzhaftes Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Unternehmen fast alles auf eine Karte setzt. Die FDA hat Nein gesagt. Der Kurs hat den Rest erklärt.
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