Renk- und Rheinmetall-Aktie: Nochmal einen rausgehauen!

Die Analysten lagen bei Rüstungstiteln wie Rheinmetall und Renk zuletzt völlig daneben. Sollte man nun einem extrem hohen Kursziel von Goldman Sachs Glauben schenken?

Auf einen Blick:
  • Die Aktien von Rheinmetall und Renk haben zuletzt massiv abgegeben
  • Noch im Mai waren die Analysten bei den Rüstungstiteln extrem optimistisch
  • Einer hat aus dem Prognose-Desaster aber offenbar nichts gelernt
  • Sam Burgess von Goldman Sachs bestätigte ein irres Kursziel für Rheinmetall

Dass institutionelle Analysten mit ihren Prognosen für einzelne Aktien danebenliegen können, ist kein Geheimnis. Doch selten klaffen Vorhersage und Realität derart auseinander, wie aktuell bei Rüstungstiteln. Die Rheinmetall-Aktie etwa kämpft derzeit um den Halt der 1.000-Euro-Marke, noch im Frühjahr gingen die Beobachter im Schnitt von mittelfristig mehr als dem Doppelten aus. Nicht ganz so krass das Missverhältnis bei der Aktie des von Renk. Doch auch sie hat sich bei weitem nicht so entwickelt, wie vorhergesagt.

Renk verlor und verlor, Rheinmetall auch

71 Euro, so lautete das durchschnittliche Kursziel für die Papiere des Spezialgetriebeherstellers noch Anfang Mai, der Kurs lag bei etwa 56 Euro. Doch statt wie prognostiziert wieder zuzulegen, hat die Renk-Aktie seitdem fast 30 Prozent an Wert verloren – und hält sich aktuell gerade so über der Marke von 40 Euro. Dass das durchschnittliche Kursziel aus acht Analysen unterschiedlicher Häuser laut finanzen.net aktuell bei 66,86 Euro liegt, geschenkt.

  • Das gilt gleichermaßen für die derzeit aufgerufenen Prognosen für die Rheinmetall-Aktie
  • Diese liegen im Schnitt bei 1738 Euro, gut 70 Prozent über dem aktuellen Kursniveau

Dabei hatten die Institute bereits reagiert – und ihre Erwartungen nach unten angepasst. Allerdings nachträglich, was für Anleger keine große Hilfe darstellt. Im Mai etwa lag das mittlere Kursziel für Rheinmetall noch bei 2.100 Euro, der Kurs bei rund 1.400 Euro. Auch die Düsseldorfer haben seitdem deutlich an Börsenwert eingebüßt.

Verdopplung bei der Rheinmetall-Aktie?

Das hielt Sam Burgess, Analyst bei Goldman Sachs, Anfang September nicht davon ab, noch einmal einen rauszuhauen: „Selbst in einem absoluten Negativszenario für das Munitionsgeschäft besteht deutliches Bewertungspotenzial“, schrieb er zu Rheinmetall. Dafür müssten die Munitions-Gewinne gar nicht so außerordentlich hoch bleiben, um höhere Kurse zu rechtfertigen, so Burgess. Er riet daher weiterhin zum Kauf der Rheinmetall-Aktie, das Kursziel blieb bei 2.300 Euro. Wer’s glaubt.

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