Starke Auftragslage, trotzdem rote Zahlen im Kurs: Renk hat im dritten Quartal deutlich mehr Bestellungen eingesammelt, die Aktie gab im Handelsverlauf um fast sieben Prozent nach. Auslöser ist weniger das eigene Zahlenwerk als die Gewinnwarnung bei Rheinmetall.
Aufträge legen kräftig zu
Der Auftragseingang stieg um fast 45 Prozent auf 469 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte Ende September 7,6 Milliarden Euro. Treiber bleibt die Aufrüstung in Europa. Besonders die Sparte Vehicle Mobility Solutions profitierte, unter anderem von einer Erweiterung des Auftrags von KNDS Deutschland für Getriebe des Leopard 2 und seiner Fahrzeugfamilie.
Auch operativ lief es ordentlich. Der Umsatz wuchs um gut 12 Prozent auf 345 Millionen Euro, das bereinigte Ebit um mehr als 17 Prozent auf 61 Millionen Euro. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sah die Resultate weitgehend im Rahmen der Erwartungen.
Die Jahresprognose hat der Vorstand bestätigt, nachdem sie Ende Oktober wegen des Verkaufs des Gleitlagergeschäfts angepasst worden war. Erwartet werden im fortgeführten Geschäft 1,4 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes Ebit von 240 bis 255 Millionen Euro.
Umbau zum reinen Rüstungskonzern
Der Spartenverkauf bringt Renk beim geplanten Umbau voran. Bis 2030 sollen 90 Prozent des Umsatzes aus dem Rüstungsgeschäft stammen. Zugleich wächst das Unternehmen über Zukäufe: Die im Juli angekündigte Übernahme von David Brown Defence wurde zum 2. November vollzogen. Der britische Hersteller soll das Marinegeschäft stärken, das kleinere der beiden verbleibenden Segmente.
Sektorstimmung drückt den Kurs
Warum fällt die Aktie dann? JPMorgan-Analyst David Perry sagte, der Kursrutsch bei Rheinmetall strahle auf andere Werte der Branche ab. Renk wurde in diesen Sog gezogen, obwohl die eigenen Zahlen kaum Anlass boten.
Vorstandschef Alexander Sagel nutzte die Schwäche offenbar zum Einstieg. Laut Pflichtmitteilung kaufte er am Donnerstag über Xetra Aktien für gut 238.000 Euro, zu einem durchschnittlichen Preis von rund 35,17 Euro. Die Aktie liegt damit deutlich unter den Kurszielen der Analysten, die laut Marktdaten zwischen 50 und 73 Euro reichen.
Als nächste Wegmarke steht die Integration von David Brown Defence an. Sie dürfte im Marinegeschäft zeigen, ob der Zukauf die Erwartungen erfüllt.
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