Kann der Augsburger Getriebespezialist Renk nach der anhaltenden Schwächephase wieder Tritt fassen? An den Märkten ringt der Titel bei einem Kurs von 42,10 Euro um Halt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bereits auf 22 Prozent, weshalb Anleger nun aufmerksam verfolgen, ob das aktuelle Bewertungsniveau für eine tragfähige Bodenbildung ausreicht.
Der Rüstungszulieferer, der seit Ende März im MDAX vertreten ist, steht nach monatelangem Abgabedruck an einer weichenstellenden Wegmarke. Marktbeobachter prüfen, ob der Abverkauf gestoppt werden kann oder ob den Papieren weitere Verluste bevorstehen.
Wichtige Unterstützungsmarke im Test
Charttechnisch rückt dabei eine wichtige Zone in den Mittelpunkt. Als unmittelbarer Halt dient der Unterstützungsbereich zwischen 40,50 und 43,00 Euro. Um eine nachhaltige Trendwende zu bestätigen, müsste die Notierung allerdings den übergeordneten Abwärtstrend brechen und über die Marke von 48,50 Euro klettern.
Ein nachhaltiger Anstieg über diesen Widerstand würde den Abwärtskanal nach oben verlassen. Scheitert der Versuch einer Festigung in der aktuellen Spanne hingegen, droht sich der technische Verkaufsdruck noch einmal spürbar zu erhöhen.
Operative Entwicklung und Quartalstermin
Operativ präsentierte sich die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal gemischt. Der Umsatz stieg auf 353,59 Millionen Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum 347,53 Millionen Euro erzielt worden waren. Der Gewinn je Aktie halbierte sich im gleichen Zeitraum auf 0,15 Euro.
Die gedämpfte Ertragslage im Frühjahr belastete die Stimmung unter den Anlegern spürbar. Für Marktbeobachter steht nun im Vordergrund, ob der Konzern die Profitabilität in den kommenden Monaten wieder beleben kann. Entsprechende Impulse könnten bereits von den nächsten Zwischenergebnissen ausgehen.
Klarheit über den weiteren Verlauf verspricht die Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal am 5. November. Analysten rechnen für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie auf 1,72 Euro.
Branchenumfeld stützt den Ausblick
Zusätzliche Unterstützung erfährt der MDAX-Konzern aus dem übergeordneten Branchenumfeld. Die Europa-Aktienstrategin Sharon Bell von Goldman Sachs betonte, dass staatliche Verteidigungsausgaben der wichtigste Faktor für deutsche Aktien bleiben. Für den Getriebeproduzenten eröffnet dieses Umfeld mittelfristig robuste Nachfragechancen.
Auch die Analysten der US-Investmentbank zeigen sich zuversichtlich. Goldman Sachs stufte die Aktie am vergangenen Freitag auf Kaufempfehlung hoch und setzte das Kursziel bei 65 Euro fest. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt bei minus 53 Prozent, was das Ausmaß der vorangegangenen Korrektur verdeutlicht.
Trotz der positiven Expertenstimmen entscheidet sich die kurzfristige Richtung vor allem am Chart. Solange die Notierung nicht nachhaltig über die nächsten Widerstände klettert, bleibt die Verteidigung der aktuellen Haltelinie die zentrale Aufgabe für die Anleger.
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