Der Rüstungszulieferer Renk Group hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die die Wachstumsdynamik des Unternehmens unterstreichen. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 erreichte einen Rekordwert von rund 1,2 Milliarden Euro, ein Plus von 29,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im zweiten Quartal gingen Bestellungen über 612,8 Millionen Euro ein – der höchste je verzeichnete Quartalswert in der Unternehmensgeschichte.
Margen und Auftragsbestand auf neuem Höchststand
Auch operativ zeigt sich Renk auf Kurs. Der Umsatz im ersten Halbjahr stieg auf 637,2 Millionen Euro, ein Zuwachs von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Deutlich stärker legte die Profitabilität zu: Das bereinigte EBIT kletterte um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 15,4 Prozent.
Der Auftragsbestand markiert zum 30. Juni ein neues Allzeithoch von 7,4 Milliarden Euro, nach 6,7 Milliarden Euro Ende 2025. Für Anleger ist dieser Wert oft aussagekräftiger als der Quartalsumsatz, weil er die künftige Auslastung über Jahre hinweg absichert.
Bestätigte Prognose und frische Finanzierung
Das Management bestätigte im Zuge der Zahlen die Jahresprognose für 2026: Der Umsatz soll die Marke von 1,5 Milliarden Euro übersteigen, das bereinigte EBIT wird zwischen 255 und 285 Millionen Euro erwartet. Renk peilt dabei die obere Hälfte dieser Spanne an.
Finanziell hat sich das Unternehmen zudem breiter aufgestellt. Ende Juli schloss Renk eine neue unbesicherte Refinanzierung über 1,05 Milliarden Euro ab und löste damit bestehende Konsortialkreditverträge vollständig ab. Parallel wirkte im zweiten Quartal noch die Übernahme von David Brown Defence von Stellex Capital Management nach – die damit verbundenen Beratungskosten belasteten das ausgewiesene EBIT, sollen aber die Position im Marinegeschäft langfristig stärken.
Analysten reagieren nach den Halbjahreszahlen
Die Deutsche Bank setzte am Freitag nach Auswertung der Halbjahreszahlen ihr Kursziel für die Renk-Aktie auf 73,00 Euro. Auch die DZ Bank aktualisierte am selben Tag ihre Einschätzung im Anschluss an die H1-Ergebnisse.
Der breitere Analystenkonsens sieht für 2026 laut Medienberichten einen Umsatz von 1,55 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis je Aktie von 1,35 Euro vor. Das durchschnittliche Kursziel der beobachtenden Institute liegt demnach bei 65,37 Euro – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Am Markt kommt die Nachrichtenlage bislang nur teilweise an. Die Aktie schloss am Freitag bei 50,77 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen um 5,98 Prozent zugelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 90,20 Euro, das im Oktober 2025 markiert wurde, fehlen dennoch 43,71 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die operative Stärke des Unternehmens den Kurs noch nicht vollständig widerspiegelt.
Der nächste Fixpunkt für Anleger folgt am 5. November, wenn Renk die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 veröffentlicht.
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