Renk-Aktie: Sie glauben weiter an die Kursverdopplung!

Die Aktie von Renk kommt nicht aus dem Kurskeller. Die Analysten hatten damit nicht gerechnet, sie bestätigten jüngst durch die Bank ihre ambitionierten Prognosen.

Auf einen Blick:
  • Die Renk-Aktie tut sich seit Monaten ähnlich schwer wie die von Rheinmetall
  • Daran änderten auch hohe Kursziele durch mehrere Analysten nichts
  • Zwei deutsche Banken haben gar Prognosen jenseits der 70 Euro aufgerufen
  • Renk hat seit dem Rekordhoch indes gut 60 Prozent an Börsenwert eingebüßt

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Welt ist weiter im Krisenmodus, die Ausgaben für Rüstung steigen, die Branche ist operativ im Aufwind. Und dennoch tut sich nicht nur Platzhirsch Rheinmetall an der Börse seit geraumer Zeit schwer. Auch die Aktie des Spezialgetriebeherstellers Renk verliert immer mehr an Boden. Am Mittwoch hatte sie im Xetra-Handel bei 34,10 Euro gar einen neuen Jahrestiefstand erreicht, bevor sie sich wieder etwas fing. Die Analysten hatten das so nicht vorhergesehen, sie glauben weiterhin an die Renk-Aktie. Mitunter gehen sie mittelfristig von mehr als einer Kursverdopplung aus.

Höchstes Kursziel für Renk liegt bei 73 Euro

Tatsächlich hatten in den vergangenen Wochen mehrere Institute eine Kaufempfehlung für die Papiere des Augsburger Rüstungsunternehmens ausgesprochen. Dabei lag laut finanzen.net kein einziges Kursziel unter der Marke von 60 Euro. Zwei deutsche Banken sehen die Renk-Aktie sogar bei mehr als 70 Euro, wie folgende Auflistung zeigt:

  • JP Morgan: 62,00 EUR, +80,02%
  • Berenberg Bank: 72,00 EUR, +109,06%
  • Goldman Sachs: 65,00 EUR, +88,73%
  • Deutsche Bank: 73,00 EUR, +111,96%

Analysten lagen mit ihren Prognosen falsch

Besonders weit aus dem Fenster lehnte sich demnach Christophe Menard von Deutsche Bank Research: Er hatte die Einstufung für die Aktie von Renk mit einem Kursziel von 73 Euro auf „Buy“ belassen. Allerdings bereits Mitte August, als die Papiere noch bei rund 50 Euro notierten. Der Halbjahresbericht habe das Vertrauen der Anleger in die Jahresziele und die mittelfristigen Ambitionen gestärkt, meinte der Analyst damals – und irrte, wie wir heute wissen.

Doch selbst Ende September, die Renk-Aktie war unter die Marke von 40 Euro gerutscht, hatte Chris Armstrong von der Privatbank Berenberg die Hoffnung nicht aufgegeben. Die Erholung der deutschen Wirtschaft überlagere derzeit das politische Grundrauschen in Deutschland, schrieb er in seiner Strategiestudie. Konjunkturell gebe es „positive Anzeichen dank fiskalpolitischer Impulse und steigender Exporte. Eine optimistischere Einschätzung deutscher Aktien sei daher gerechtfertigt“.

Renk neben Rheinmetall und OHB ein „Top Pick“

  • Als Profiteure der staatlichen Ausgabenpolitik seien Rheinmetall, Renk und OHB seine „Top Picks“ im Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungssegment
  • In der Folge hatte Armstrong die Renk-Aktie mit einem Kursziel von 72 Euro auf „Buy“ belassen, was mehr als eine Verdopplung bedeuten würde

Die Anleger hingegen blieben skeptisch. Daran änderten auch die positiven Einschätzungen durch die US-Banken JP Morgan und Goldman Sachs nichts. Nach den deutlichen Kursverlusten im Jahresverlauf hatte Sam Burgess von Goldman Sachs die Renk-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 65 Euro von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft. Der jüngste Kursrückschlag biete „eine attraktive Einstiegsgelegenheit“, vermutete er am 18. September. Der Getriebespezialist im Rüstungsbereich zeichne sich durch eine gut absehbare Wachstums- und Gewinnentwicklung aus.

JP Morgan erwartet starke Quartalszahlen

David Perry von JP Morgan schließlich hatte Ende September das Kursziel für Renk zwar leicht von 75 auf 62 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Das operative Ergebnis des dritten Quartals könnte etwas enttäuschen, schrieb der Analyst laut Medienberichten in seinem Ausblick auf den Bericht. Im wichtigsten Bereich Vehicle Mobility Solutions (VMS) rechne er aber „mit starken Resultaten“.

  • Ob dem so ist, werden die Anleger allerdings erst am 5. November erfahren
  • Dann erst will Renk die Zahlen aus dem dritten Quartal 2026 vorlegen

Renk-Aktie weit unter ihrem Rekordhoch

Laut finanzen.net erwarten die Analysten im Schnitt einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,36 Euro. Das wäre eine Steigerung um satte 50 Prozent zum Vorjahresquartal, als noch ein EPS von 0,24 Euro zu Buche stand. Gebracht hat diese Aussicht der Renk-Aktie reichlich wenig: Seit ihrem Höchststand, ausgebildet im Oktober 2025 bei einem Kurs von 84,08 Euro, hat sie nicht weniger als 60 Prozent an Wert eingebüßt.

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