Renk Aktie: Rheinmetall-Auftrag zieht mit

Renk-Aktie erholt sich dank Zinshoffnungen und starkem Rheinmetall-Auftrag. Der Kurs steigt deutlich, bleibt aber im Jahresminus.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von über sechs Prozent
  • Rückenwind durch DAX-Rekordhoch
  • Rheinmetall-Großauftrag beflügelt Zulieferer
  • Jahresbilanz bleibt trotz Erholung negativ

Monatelang kannten europäische Rüstungswerte nur eine Richtung: abwärts. Nun meldet sich die Renk Group mit einem kräftigen Lebenszeichen zurück. Ein freundliches Börsenumfeld und starke Branchen-News hieven den Getriebespezialisten aus dem jüngsten Formtief.

Zinsfantasie stützt den DAX

Der gesamte deutsche Aktienmarkt liefert aktuell starken Rückenwind. Am Donnerstag schloss der DAX auf einem neuen Rekordhoch von 25.656 Punkten. Auslöser für diese Euphorie war der US-Arbeitsmarktbericht. Im Juni entstanden in den USA lediglich 57.000 neue Stellen.

Dieser schwache Zuwachs verfehlt die Erwartungen deutlich. Die Folge: Anleger erwarten weniger Zinsschritte der US-Notenbank Fed. Das lockt weltweit Käufer zurück an die Märkte. Davon profitieren auch zuletzt abgestrafte Titel wie Renk.

Rheinmetall zieht Zulieferer mit

Zusätzliche Schubkraft kommt direkt aus dem Verteidigungssektor. Branchenprimus Rheinmetall sicherte sich einen Großauftrag für vier Skynex-Flugabwehrsysteme. Das Volumen liegt im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Solche Abschlüsse stärken das Vertrauen in die europäische Rüstungsindustrie.

Als Zulieferer profitiert Renk indirekt von dieser Auftragslage. Die Börse blendet negative Branchen-News aktuell sogar aus. So prüft Rheinmetall momentan, das F126-Fregattenprogramm abzusagen. Die drohenden Umsatzausfälle von bis zu 300 Millionen Euro für 2026 belasten die Stimmung kaum.

Weite Wege im Chart

Auf der Kurstafel schlägt sich die Erholung bereits nieder. Am Donnerstag kletterte die Renk-Aktie in der Spitze um über sechs Prozent. Zum Handelsschluss stand ein Preis von 46,58 Euro auf der Anzeigetafel. Auf Wochensicht verbucht das Papier damit ein Plus von gut neun Prozent.

Damit löst sich der Kurs spürbar vom jüngsten Jahrestief. Diese Marke hatte die Aktie erst Ende Juni bei 40,41 Euro getestet. Trotz des aktuellen Schwungs bleibt die Jahresbilanz tiefrot. Seit Januar verlor der Titel knapp 16 Prozent an Wert.

Auch charttechnisch ist die Aufholjagd längst nicht abgeschlossen. Der Abstand zur langfristigen Durchschnittslinie bei rund 56 Euro beträgt noch immer knapp 17 Prozent. Der neutrale RSI-Wert von 49,7 deutet zunächst auf eine Atempause hin. Eine anhaltend hohe Volatilität von über 54 Prozent signalisiert jedoch klar: Die wilden Kursausschläge im Rüstungssektor bleiben den Aktionären vorerst erhalten.

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