RENK-Aktie: Rekordstart mit schwacher Fußnote!

RENK verzeichnet Rekordaufträge, doch schwächere Segmente trüben den Gesamteindruck. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten.

Auf einen Blick:
  • Auftragseingang steigt auf 582,3 Mio. Euro, bester Jahresstart der Firmengeschichte
  • Auftragsbestand erreicht Allzeithoch von 6,9 Milliarden Euro
  • VMS-Segment treibt Wachstum, Marine und Gleitlager enttäuschen
  • Jahresprognose bestätigt: Umsatz über 1,5 Mrd. Euro, EBIT zwischen 255 und 285 Mio. Euro

582,3 Millionen Euro Auftragseingang im ersten Quartal, bester Jahresstart der Firmengeschichte, Auftragsbestand auf Allzeithoch. Klingt nach einer Jubelmeldung. Und war es auch, zumindest für etwa zwei Drittel des Unternehmens.

VMS zieht, der Rest hängt durch

Das Segment Vehicle Mobility Solutions, kurz VMS, hat Renk im ersten Quartal 2026 praktisch im Alleingang nach vorn gezogen. Auftragseingang plus 20,5 Prozent auf 478,4 Millionen Euro, Umsatz plus 11,2 Prozent auf 191,5 Millionen Euro, das bereinigte EBIT um 22,3 Prozent auf 35,0 Millionen Euro geklettert. Ein internationales Kampfpanzerprogramm im NATO-Umfeld mit einem Volumen von 157 Millionen Euro wurde im Quartal vertraglich abgeschlossen, dazu 188 Getriebe für das Puma-Programm. Das Rüstungsgeschäft brummt, das ist keine Überraschung.

Allerdings gibt es eben auch noch zwei andere Segmente. Marine und Industry verzeichnete einen Auftragseingang von 70,0 Millionen Euro, nach 122,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Minus 42,8 Prozent. Die EBIT-Marge fiel von 10,2 auf 6,7 Prozent. Das Unternehmen erklärt das mit einem Basiseffekt aus außergewöhnlich großen Aufträgen im Vorjahr, und das stimmt wohl auch. Trotzdem sieht die Zahl hässlich aus. Gleitlager war ebenfalls schwächer, die Marge dort rutschte von 17,3 auf 13,3 Prozent, unter anderem wegen höherer US-Zölle.

Rekordzahlen mit Fußnote

CEO Alexander Sagel sprach vom stärksten Auftragseingang für ein Auftaktquartal in der Geschichte von RENK, und das ist faktisch richtig. Der Auftragsbestand von 6,9 Milliarden Euro, nach 5,5 Milliarden Ende März 2025, sichert Sichtbarkeit auf Jahre hinaus. CFO Anja Mänz-Siebje wies zudem darauf hin, dass über 90 Prozent des Jahresumsatzes vertraglich gesichert sind. Das ist kein schlechter Puffer.

Der Umsatz selbst wuchs nur um 4,0 Prozent auf 283,6 Millionen Euro. Logistikprobleme haben Auslieferungen in spätere Quartale verschoben, sagt RENK. Das bereinigte EBIT stieg um 10,4 Prozent auf 42,4 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 14,1 auf 15,0 Prozent. Das Wachstum beim Ergebnis übersteigt das Umsatzwachstum deutlich, was zeigt, dass die Skalierung der Produktionskapazitäten wirkt.

Renk Group AG Aktie Chart

Aktie gibt nach

Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Minus von 2,78 Prozent. Gut möglich, dass der Markt genau das gesehen hat, was auch hier auffällt: Der Rekordstart trägt eine Fußnote. VMS ist stark, das ist unbestritten. Doch Marine und Gleitlager zeigen, dass RENK kein homogenes Wachstumsunternehmen ist, sondern ein Konglomerat mit einem sehr starken und zwei schwächeren Beinen. Die Jahresprognose, Umsatz über 1,5 Milliarden Euro, bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro, wurde bestätigt. Ob das reicht, um die Aktie wieder nach oben zu bringen, hängt davon ab, ob die verschobenen Lieferungen tatsächlich in den Folgequartalen ankommen. 6,9 Milliarden Auftragsbestand sprechen dafür.

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