Es war eine dieser Meldungen, die am Dienstagabend hereinkommt und am Mittwochmorgen sofort auf dem Kurszettel landet. KNDS, der Hersteller des Leopard 2, hat sich von 5,8 Millionen RENK-Aktien getrennt, über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren, 262 Millionen Euro Erlös, Platzierungspreis 45,10 Euro. Die Renk-Aktie verlor in der Frühphase bis zu 1,2 Prozent, erholte sich dann auf ein Minus von rund 0,5 Prozent und handelte bei 46,62 Euro, also knapp über dem Ausgabepreis. Knapp, aber immerhin.
Von 16 auf 10 Prozent
KNDS war beim Börsengang von RENK im Februar 2024 eingestiegen, als zweitgrößter Aktionär neben dem damaligen Mehrheitseigner Triton. Zuletzt hielt der Konzern knapp 16 Prozent. Nach dem Verkauf sind es noch rund 10 Prozent. Triton selbst ist bereits seit August 2025 vollständig draußen, nach fünf Jahren, in denen der deutsch-schwedische Finanzinvestor RENK von Volkswagen gekauft, aufgebaut und schließlich an die Börse gebracht hatte.
Ursprünglich hatte KNDS sogar die Option, seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie aufzustocken. Daraus wurde nichts, weil es Streit mit Triton gab. Am Ende transferierte Triton nur genug Aktien, damit KNDS größter Einzelaktionär wurde. Jetzt wird dieser Anteil schon wieder zusammengestutzt.
Rekord liegt weit zurück
Wer die RENK-Aktie seit dem IPO kennt, weiß: Die Geschichte war lange eine Erfolgsgeschichte. Ausgabepreis 15 Euro im Februar 2024, dann getrieben vom Rüstungsboom hoch bis auf über 90 Euro im Oktober. Aktuell notiert die Aktie bei rund 46 Euro, also ungefähr beim Dreifachen des IPO-Preises, aber eben auch beim halben Rekordhoch. Das ist die Perspektive, die man wählt.
Renk Group AG Aktie Chart
Geschäftsbeziehung bleibt unberührt
KNDS betont, die operative Zusammenarbeit mit RENK sei von dem Verkauf nicht betroffen. Das Unternehmen liefert die Getriebe für den Leopard 2, das bleibt so. Und KNDS hat sich ausdrücklich hinter das RENK-Management gestellt. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen die Kapitalstruktur des Konzerns stärken, der selbst einen Börsengang in Paris und Frankfurt plant.
Ein 180-Tage-Lock-up gilt ab Platzierungsdatum. KNDS kann seinen Anteil also vorerst weder weiter erhöhen noch weiter reduzieren. Sechs Monate Ruhe, dann sehen wir weiter. RENK-Aktionäre dürften den Kalender bereits markiert haben.
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