Der Renk-Aktie fehlt weiter die Stabilität. Zwar ging es am Freitag um 0,88 % auf 40,58 Euro nach oben, auf Wochensicht stehen jedoch 4,01 % Verlust. Seit Jahresbeginn hat der Titel 24,31 % abgegeben. Zusätzlichen Druck erzeugen Kursziele am unteren Ende der Analystenspanne: 26 Euro wären vom aktuellen Niveau aus noch einmal rund 36 % entfernt.
Dabei fehlt es RENK nicht an Geschäft. Die jüngsten italienischen Beschaffungspläne für neue Kampfpanzer können dem Augsburger Getriebespezialisten als Zulieferer zusätzliche Aufträge bringen. Auch das Aftermarket-Geschäft soll kräftig wachsen: Bis 2030 sind hier 1 Milliarde Euro Jahresumsatz vorgesehen, bis 2035 sollen es 2 Milliarden Euro werden.
Renk Aktie Chart
Die Börse beschäftigt allerdings zunehmend die Frage, was der Ausbau kostet. RENK will die Fertigung von weniger als 600 Panzergetrieben im Jahr 2023 auf mehr als 2.000 Stück bis 2030 erhöhen. Neue Kapazitäten benötigen Kapital, und hohe Zinsen verteuern dessen Beschaffung. Hinzu kommen Sorgen um den Cashflow, wenn Investitionen vorfinanziert werden müssen und Zahlungen später eintreffen. Dass bei RENK vielfach Staaten die Auftraggeber sind, reduziert zwar das klassische Ausfallrisiko, beseitigt aber nicht den zeitlichen Finanzierungsbedarf.
RENK noch dick im Geschäft
Für 2026 werden 1,55 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Euro Nettogewinn erwartet. 2027 sollen daraus 1,83 Milliarden beziehungsweise 191 Millionen Euro werden. Das erwartete KGV sinkt von 30 auf 21,3.
Der geplante Zukauf von David Brown Defence erweitert das Geschäft zusätzlich. Der Abschluss ist für das vierte Quartal vorgesehen und soll RENK insbesondere bei maritimen Programmen in Großbritannien, Kanada und Australien neue Möglichkeiten eröffnen. Die dazugehörige Orderpipeline liegt bei mehr als 700 Millionen britischen Pfund.
Damit steht bei 40,58 Euro weniger die Nachfrage nach RENK-Produkten zur Debatte als die Finanzierung und Umsetzung des geplanten Wachstums. Gerade bei anhaltend hohen Zinsen wird wichtig, wie viel Kapital der Ausbau bindet und wie schnell aus den großen Verteidigungsprogrammen tatsächliche Mittelzuflüsse werden.
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