Liebe Leserin, lieber Leser,
der Montag war für den Rüstungskonzern Renk kein guter Tag, zumindest an der Börse. Wie andere Branchentitel, Rheinmetall und Hensoldt etwa, ging auch die Aktie des Augsburger Getriebeherstellers in die Knie. Ein Minus von 5,1 Prozent stand am Tag nach dem Zoll-Deal zwischen den USA und der EU auf dem Kurszettel, von 70,85 Euro ging es auf 67,24 Euro abwärts. Der Dienstag begann dann mit einer leichten Erholung. Während die Renk-Aktie also zum Wochenstart unter Druck stand, passierte im Hintergrund Entscheidendes: Eine Rechtstreitigkeit zweier Großaktionäre um Firmenanteile ist jetzt vom Tisch.
KNDS und Triton einigen sich Aufstockung
Denn der deutsch-französische Panzerbauer KNDS und der Finanzinvestor Triton haben laut Unternehmensmitteilung vom Montag den Streit um ihre Beteiligung am Augsburger Getriebehersteller Renk beigelegt. KNDS erhält demnach rund 9,17 Millionen Anteilscheine und stocke seine Beteiligung an einem seiner wichtigsten Zulieferer von 6,7 auf 15,84 Prozent aufstocken, wie der Panzerhersteller am Montag schrieb.
- Damit bekommt KNDS aber nur die Hälfte der Aktien, über die sich das Unternehmen eine Kaufoption gesichert hatte
- Zu welchem Preis die Übernahme stattfindet, blieb offen, über die Konditionen sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte KNDS
Die restlichen Papiere behält dem Bericht zufolge Triton und bleibt damit mit 9,2 Prozent an Renk beteiligt. KNDS steigt dennoch zum größten Anteilseigner am Getriebehersteller auf.
Zusammenarbeit „im besten Interesse von Renk“
„Mit diesem Schritt bekräftigt KNDS sein Engagement für eine langfristige Zusammenarbeit mit RENK als strategischer Anteilseigner“, ließ man wissen. Mit der Einigung ende die Optionsvereinbarung mit sofortiger Wirkung. „Beide Parteien werden auch zukünftig ihre gute Beziehung fortsetzen und im besten Interesse von RENK zusammenarbeiten“, versicherte der Panzerbauer.
Beim Börsengang von Renk Anfang 2024 hatten KNDS und Triton einst eine Kaufoption vereinbart, über die es später zum Rechtsstreit kam. Der Konflikt eskalierte, als KNDS im Februar von seinem Recht Gebrauch machen wollte – es ging laut Medienberichten um eine Summe von vermutlich rund 500 Millionen Euro.
Renk-Aktie verdreifachte sich im Wert
KNDS war mit 6,67 Prozent als Ankeraktionär bei Renk eingestiegen und hatte sich vom damaligen Mehrheitseigner Triton das Recht auf den Erwerb weiterer 18,4 Prozent gesichert – zu einem Preis von etwa 20 Euro je Aktie, also deutlich über dem Ausgabepreis von 15 Euro, aber weit unter dem damaligen und erst Recht dem aktuellen Kurs. Allein im vergangenen Halbjahr hat sich dieser noch einmal ungefähr verdreifacht.
Für Triton war das Geschäft damit unattraktiv geworden, heißt es beim Manager Magazin. „Der Investor verweigerte die Herausgabe der Aktien mit der Begründung, dass KNDS keine Genehmigung von der italienischen Regierung eingeholt habe“, so der Bericht. KNDS habe sich auf den Standpunkt gestellt, dass das kein Hinderungsgrund sei – zumal Renk dort nur mit einem Büro vertreten sei, aber kein eigenes Werk betreibe. Der Panzerbauer war in der Folge gegen Triton vor Gericht gezogen, nun hat man sich außergerichtlich geeinigt.
Renk-Kursziel zwischen 60 und 120 Euro
Wie sich die neuen Besitzverhältnisse beim Getriebehersteller mittel- und langfristig auf den Kurs der Aktie auswirken werden, ist schwer abzuschätzen. Schon vor der Vereinbarung lagen die Prognosen weit auseinander. Die Kursziele aus dem Juli laut finanzen.net:
- Deutsche Bank: 73,00 Euro, +8,07%
- Berenberg Bank: 84,00 Euro, +24,35%
- Jefferies: 60,00 Euro, -11,18%
- JP Morgan: 90,00 Euro, +33,23%
Etwas mehr Klarheit wird es in gut zwei Wochen geben. Am 13. August wird Renk nach eigenen Angaben die Zahlen aus dem 2. Quartal 2026 vorlegen.
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