Renk baut Panzer-Antriebe. Künftig soll das reichen, um ganze unbemannte Kampfsysteme zu steuern. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris hat das Augsburger Unternehmen gezeigt, wie ernst es diesen Wandel nimmt.
Drive-by-Wire: Schlüssel zum autonomen Gefechtsfahrzeug
Gemeinsam mit dem finnischen Partner Patria präsentierte Renk ein schweres unbemanntes Bodenfahrzeug. Die Basis bildet Patrias modulare TRACKX-Plattform. Den Antrieb liefert Renks neues Getriebe HSWL 076 — ausgestattet mit einer sogenannten Drive-by-Wire-Funktion.
Das bedeutet: Lenken, Bremsen und Antreiben laufen rein elektronisch. Keine mechanische Verbindung zum Fahrer, kein Fahrer. Genau das brauchen ferngesteuerte und vollautonome Landsysteme. Die NATO fragt solche Lösungen zunehmend nach.
Berenberg bleibt bei Kaufempfehlung
Analyst George McWhirter von Berenberg besuchte die Messe und blieb danach optimistisch. Er bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 72 Euro. Trotz schwacher Kursentwicklung seit Jahresbeginn sieht er den Sektor als attraktiv.
Das fundamentale Bild stützt diese Einschätzung. Der Auftragsbestand lag zum Ende des ersten Quartals bei rund 6,9 Milliarden Euro. Für 2026 peilt Renk einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro an — mehr als 90 Prozent davon sind bereits fest kontrahiert.
Kurs weit unter alten Hochs
Die Börse bewertet das Unternehmen deutlich zurückhaltender. Am Freitag legte die Aktie zwar um 2,38 Prozent auf 47,95 Euro zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro trennt den Kurs allerdings noch immer ein Abstand von fast 46 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 13 Prozent.
Der RSI liegt bei 45,6 — technisch neutral. Jedoch notiert die Aktie rund 17 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Korrekturphase ist damit noch nicht überwunden.
Roadshow und NATO-Gipfel als nächste Wegmarken
CEO Dr. Alexander Sagel geht in der kommenden Woche in die Offensive. Am 22. Juni trifft er institutionelle Investoren in London. Am 24. Juni folgt ein Auftritt auf einer Branchenkonferenz in Baden-Baden. Marktteilnehmer erwarten dort konkretere Angaben zur Margenentwicklung der neuen digitalen Produkte.
Anfang Juli steht der NATO-Gipfel an. Neue Großaufträge für autonome Systeme könnten dort den nächsten Impuls liefern — und die Lücke zwischen operativer Stärke und Börsenbewertung etwas verkleinern.
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