Renk-Aktie: Das hat eingeschlagen!

Die Rüstungs-Aktie von Renk legte zuletzt wieder zu. Ein erweiterter Auftrag durch KNDS zeigte mehr Wirkung als gleich vier Kaufempfehlungen mit hohem Kursziel.

Auf einen Blick:
  • Die Renk-Aktie hat sich von ihrem jüngsten Tiefstand wieder erholt
  • Eine gemeldete Auftragserweiterung mit KNDS sorgte für Zuversicht
  • Die Augsburger liefern weitere Getriebe für den Kampfpanzer LEOPARD 2
  • Analysten hatten Renk bereits zuvor empfohlen, die Prognosen sind hoch

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2026 war für die Aktie von Renk bislang ein ziemlich ernüchterndes. Von rund 66 Euro noch Anfang Januar war der Rüstungstitel bis auf 33 Euro am 9. Oktober um die Hälfte eingebrochen. Doch seitdem haben sich die Papiere des Getriebeherstellers wieder etwas erholt. Auch am Freitag im frühen Handel ging es mit der Renk-Aktie weiter aufwärts auf aktuell knapp 37 Euro. Dass die Anleger wieder etwas zuversichtlicher wurden, dürfte mit einer aktuellen Meldung aus Augsburg zu tun haben, die offensichtlich eingeschlagen hat.

RENK Group Aktie Chart

Renk und KNDS erweitern Getriebe-Auftrag

Denn wie das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt hat, haben Renk und KNDS Deutschland jetzt die Erweiterung eines Auftrags zur Lieferung von Getrieben des Typs HSWL 354 beschlossen. Der neue Auftrag hat demnach ein Volumen von rund 130 Mio. Euro und umfasst neben den Getrieben auch die Getriebesteuerung TCS-354A sowie den Gangwahlschalter G4MA11.

  • Die Getriebe seien für den Kampfpanzer LEOPARD 2 und Fahrzeuge der LEOPARD-2-Familie bestimmt
  • Die Auslieferung, so heißt es in der Mitteilung, soll 2029 beginnen und 2032 abgeschlossen werden

CEO Sagel: Zeichen des Vertrauens in Renk

Der LEOPARD 2 sei „das Rückgrat westlicher Streitkräfte“, betonte Alexander Sagel, Chief Executive Officer der Renk Group AG. „Seit Jahrzehnten sorgt unser HSWL 354 dafür, dass sich Besatzungen unter allen Bedingungen auf die Mobilität ihres Fahrzeugs verlassen können.“ Die Erweiterung des Auftrags ist dem CEO zufolge ein Zeichen des Vertrauens von KNDS in Renks Technologie und Lieferfähigkeit. „Gemeinsam leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Bundeswehr und NATO-Streitkräfte die Fähigkeiten erhalten, die sie für die Verteidigung Europas brauchen.“

Axel Scheibel, Chief Technology Officer von KNDS Deutschland, stimmt ein: „Die Erweiterung dieses Auftrags ist für den Aufwuchs der LEOPARD 2-Flotte ein wichtiger Meilenstein, welcher die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und weiterer NATO-Staaten eindeutig stärkt“, ließ es sich zitieren.  Die Renk Group sei dabei ein strategischer Partner der KNDS, „der uns nicht zuletzt im Rahmen unseres Produktionshochlaufs unterstützt, um den Kunden zeitgerecht die bestmögliche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen“, so Scheibel.

Herzstück für den LEOPARD 2

Es ist, wenn man so will, die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Im Juni 2026 hatte Renk nach eigenen Angaben am Standort Augsburg mit der Fertigung des 4.000sten HSWL 354 begonnen und damit einen weiteren Meilenstein in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit KNDS erreicht.

Im Unternehmen ist man stolz auf seinen Anteil: Seit mehr als vier Jahrzehnten bilde das hydromechanische Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe das Herzstück der Mobilität des LEOPARD 2 und bewährt sich weltweit im Einsatz bei NATO- und Partnerstaaten. Nach Angaben von KNDS sind derzeit rund 3.300 LEOPARD-2-Kampfpanzer sowie Familienfahrzeuge bei den Streitkräften von 23 Ländern im Einsatz.

Hohe Kursziele der Analysten für Renk-Aktie

An der Börse jedenfalls kam die Neuigkeit offenbar gut an. Auf Analystenempfehlungen hingegen hatten die Anleger bislang kaum reagiert. So hatte etwa das Analysehaus Jefferies Renk am 7. Oktober auf „Buy“ belassen. Der Folgeauftrag des finnischen Rüstungskonzerns Patria für Getriebe für die TRACKX-Fahrzeugfamilie im Wert von 30 Millionen Euro sei zwar kein Großauftrag, bedeute aber einen soliden Start ins Schlussquartal 2026, schrieb Vanessa Jeffriess.

Ein Kursziel nannte der US-Analyst indes nicht, das hatten laut finanzen.net aber im September andere getan, allesamt mit hohen Kurszielen:

  • JP Morgan: 62,00 Euro, +68,64%
  • Berenberg Bank: 72,00 Euro, +95,84%
  • Goldman Sachs: 65,00 Euro, +76,80

Insbesondere die Privatbank Berenberg ist also zuversichtlich, rechnet annähernd mit einer Kursverdopplung bei Renk. An den Börsen ist das so bislang jedoch nicht angekommen.

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