Renk-Aktie: Das gab es so noch nie!

Die Aktie von Renk hat nach Quartalszahlen zugelegt, noch nie hatte das Rüstungsunternehmen einen so hohen Auftragseingang. Zwei Analysten zeigen sich optimistisch.

Auf einen Blick:
  • Die Renk-Aktie hat nach Zahlen zum zweiten Quartal einen kleinen Sprung gemacht
  • Der Augsburger Getriebehersteller berichtet vom höchsten Auftragseingang jemals
  • Zugleich wurde die Prognose fürs laufende Geschäftsjahr von Renk bestätigt
  • Zwei US-Analysten sind ebenfalls optimistisch – und bestätigten ihre Kursziele

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Donnerstag war für gleich zwei Rüstungsunternehmen der Tag der Zahlen: Doch während die Aktie des große Wettbewerbers Rheinmetall nach dem Quartalsbericht mit einem überraschenden Abschlag reagierte, obwohl die vorläufigen Ergebnisse bestätigt worden waren, geschah bei Renk das Gegenteil: Die Papiere des Augsburger Getriebeherstellers machten einen Sprung nach oben, von zuvor 48,95 Euro schoben sie sich auf zwischenzeitlich 53,29 Euro – ein Aufschlag von fast neun Prozent. Auch wenn die Renk-Aktie dieses Niveau nicht ganz halten konnte, die gute Stimmung an den Märkten hatte ihren Grund.

Renk Aktie Chart

Renk im Quartal mit höchstem Auftragseingang

Denn die Renk AG hat nach eigenen Angaben ihren erfolgreichen Kurs aus dem Auftaktquartal fortgesetzt. „Der Auftragseingang erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 1,2 Mrd. € (H1 2025: 921,2 Mio. €; +29,7%), getragen von der unverändert hohen Nachfrage im Verteidigungsgeschäft“, hieß es. Mit 612,8 Mio. € sei der Auftragseingang im zweiten Quartal das höchste Volumen gestiegen, das das Unternehmen jemals in einem Einzelquartal verzeichnet habe. Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x (H1 2025: 1,5x) unterstreiche die strukturell unverändert hohe internationale Nachfrage nach den Produkten von Renk.

  • Der gesamte Auftragsbestand stieg auf ein neues Allzeithoch von 7,4 Mrd. €
  • Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 637,2 Mio. €

Renk-CEO: „Anhaltend große Nachfrage“

Das bereinigte EBIT stieg laut Mitteilung erneut überproportional um 10,1% auf 98,2 Mio. € (H1 2025: 89,2 Mio. €). Daraus resultiert nach Renk-Angaben eine weitere Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge auf 15,4% (H1 2025: 14,4%), ein Anstieg um 100 Basispunkte. Dies spiegele in erster Linie „die positiven Skaleneffekte in der Division Vehicle Mobility Solutions (VMS) sowie anhaltende Effizienzgewinne aus dem im September 2025 eingeführten neuen modularen Produktionskonzept wider“, heißt es.

„Mit knapp 1,2 Mrd. € Auftragseingang haben wir bereits nach sechs Monaten nahezu das Niveau der ersten neun Monate des Vorjahres erreicht“, sagt Renk-CEO Alexander Sagel. Die anhaltend hohe Nachfrage zeige, dass die Kunden weltweit weiterhin in erheblichem Umfang in bestehende und neue Land- und Seeplattformen investierten. „Dieses Vertrauen bestätigt die Relevanz unserer Technologien und unseres Portfolios“, so Sagel. Gleichzeitig setze Renk seine Wachstumsstrategie konsequent um und investiere gezielt in Technologien und zusätzliche Kapazitäten.

Neue Kursziele lassen noch Luft nach oben

David Perry von der US-Bank JPMorgan hat das überzeugt: Er beließ die Einstufung für Renk mit einem Kursziel von 75 Euro auf „Overweight“. Kein Wunder, sieht der Analyst doch mehr als 40 Prozent Kurspotenzial beim Rüstungstitel.  Das zweite Quartal habe im Rahmen der Markterwartungen gelegen, schrieb Perry laut finanzen.net am Donnerstag. Renk peile beim operativen Ergebnis im Gesamtjahr nun die obere Hälfte der Zielspanne an.

Etwas vorsichtiger zeigte sich das Analysehaus Jefferies: Die Quartalsergebnisse lägen im Rahmen der Erwartungen und die Ziele seien bestätigt worden, schrieb Chloe Lemarie nach dem Zwischenbericht. Die Analystin hat die Einstufung für die Renk-Aktie mit einem Kursziel von immerhin 60 Euro auf „Buy“ belassen, was noch rund 15 Prozent Aufwärtspotenzial verspricht.

Renk bestätigt Prognose für 2026

Der Vorstand der Renk Group bestätigte nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr in der Tat die Prognose für das laufende Jahr und

  • erwartet weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. €
  • sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 Mio. € und 285 Mio. €

„Unsere positive finanzielle Entwicklung und unsere neue flexible Finanzierung sind „eine gute Basis um unsere strategischen Ambitionen bezüglich profitablen Wachstums und M&A weiter zu verfolgen“, sagt CFO Anja Mänz-Siebje. Mit der vereinbarten Übernahme von David Brown Defence setze das Unternehmen seine fokussierte M&A-Strategie fort und stärkt das Portfolio „um attraktive Technologien, langfristige Programme und zusätzliche Wachstumspotenziale in strategisch wichtigen Märkten.

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