Renk Aktie: Dr. Klaus Richter soll Aufsichtsrat führen

Fidelity und BlackRock steigen bei Renk ein, während ein neuer Aufsichtsratschef die Führung übernimmt. Der Auftragsbestand erreicht Rekordniveau.

Auf einen Blick:
  • Fidelity und BlackRock als neue Investoren
  • Wechsel an der Aufsichtsratsspitze
  • Rekordhoher Auftragsbestand von 6,9 Milliarden Euro
  • Dividendenerhöhung um 38 Prozent geplant

Der Augsburger Getriebehersteller Renk Group steht vor einer Zäsur. Während der Kurs am Freitag auf 56,31 Euro kletterte und damit den Erholungstrend der vergangenen Woche auf knapp 15 Prozent ausweitete, vollzieht sich hinter den Kulissen ein doppelter Wandel: Neue Großaktionäre übernehmen Positionen, ein neuer Aufsichtsratschef wird installiert.

Fidelity und BlackRock ersetzen KNDS

Der bisherige Großaktionär KNDS hat am 19. Mai 5,8 Millionen Aktien verkauft und seine Beteiligung von 15,83 auf 10,03 Prozent reduziert. Die frei gewordenen Anteile wandern zu institutionellen Schwergewichten: Der US-Vermögensverwalter Fidelity (FMR LLC) überschritt die Meldeschwelle und hält nun 4,94 Prozent der Stimmrechte. BlackRock baute seine Position Mitte Mai auf 4,44 Prozent aus.

Der Einstieg erfolgte in einer Phase der Schwäche. Erst Mitte Mai hatte die Aktie bei knapp 44 Euro ein 52-Wochen-Tief markiert — 36 Prozent unter dem Oktoberhoch von 88,73 Euro. Dass zwei globale Asset Manager ausgerechnet in diesem Umfeld zugreifen, werten Beobachter als Vertrauensbeweis in die langfristige Strategie.

Richter übernimmt Aufsichtsratsvorsitz

Am 10. Juni steht die ordentliche Hauptversammlung an. Neben der geplanten Dividendenerhöhung von 0,42 auf 0,58 Euro je Aktie — ein Plus von 38 Prozent — wird dort auch der Aufsichtsratsvorsitz neu besetzt. Claus von Hermann legt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder.

Als Nachfolger ist Dr. Klaus Richter vorgeschlagen. Richter war Vorstandssprecher der Diehl Gruppe und hielt über zwölf Jahre Führungspositionen bei Airbus, zuletzt als Chief Procurement Officer. Die Personalie unterstreicht die internationale Ausrichtung des Konzerns.

Die Dividende wird am 11. Juni ex gehandelt, die Auszahlung erfolgt am 15. Juni.

Rekordaufträge, überkaufter Chart

Operativ steht Renk solide da. Der Auftragsbestand lag Ende März bei 6,9 Milliarden Euro. Über 90 Prozent des für 2026 geplanten Umsatzes von mehr als 1,5 Milliarden Euro sind bereits vertraglich gesichert. Das Management hält an seiner Guidance für ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro fest.

Charttechnisch hat die Aktie mit dem Überschreiten der 50-Tage-Linie bei 52,37 Euro ein Kaufsignal generiert. Der Relative-Stärke-Index liegt allerdings bei 73,4 — ein Wert, der kurzfristige Konsolidierungen wahrscheinlich macht.

Ab dem 15. Juni präsentiert sich Renk auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris. Gemeinsam mit dem Partner Patria sollen dort Lösungen für unbemannte Landsysteme vorgestellt werden — ein strategisches Wachstumsfeld, das der neue Aufsichtsratschef mitprägen dürfte.

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