Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Renk klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während die Auftragsbücher des Augsburger Antriebsspezialisten überlaufen, sucht das Papier weiter nach einem Boden.
Am Freitag rutschte der Titel mit einem Minus von 2,65 Prozent auf 43,91 Euro ab. Das markiert ein neues 52-Wochen-Tief. Seit dem Zwischenhoch im Oktober hat sich der Börsenwert damit nahezu halbiert.
Der Abverkauf trifft das Unternehmen in einer paradoxen Phase. Neue Aufträge kommen mehr als doppelt so schnell herein, wie Umsatz realisiert wird. Der Auftragsbestand summiert sich auf den Rekordwert von 6,9 Milliarden Euro.
Schwacher Cashflow und geopolitische Hürden
Der Kursrückgang hat zwei wesentliche Ursachen. Rüstungswerte leiden generell unter aktuellen Friedenshoffnungen in der Ukraine. Bei Renk drückt zusätzlich die schwache Kassenlage auf die Stimmung.
Die sogenannte Cash Conversion Rate lag für das Jahr 2025 bei lediglich 47 Prozent. Das Management hatte eigentlich einen Wert von über 80 Prozent angepeilt. Verzögerte Kundenzahlungen und ein gestiegener Kapitalbedarf belasten die Bilanz.
Parallel dazu zwingt die Berliner Exportpolitik den Konzern zum Handeln. Weil Deutschland keine Rüstungsgüter mehr nach Israel liefert, drohen Renk im Jahr 2026 Umsatzausfälle von bis zu 100 Millionen Euro. Es geht um Getriebesysteme für Kampfpanzer.
Der Vorstand verlagert die betroffene Produktion nun in das US-Werk in Michigan. Bis 2030 fließen dort 150 Millionen Dollar in neue Anlagen und Forschung.
BlackRock kauft zu
Mitten in dieser Schwächephase greifen institutionelle Adressen zu. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock stockte seinen Anteil an Renk kürzlich auf 4,44 Prozent auf. Analysten sehen ebenfalls Potenzial. MWB Research hob die Einstufung auf „Buy“ an und ruft ein Kursziel von 53 Euro aus.
In der neuen Woche muss CEO Alexander Sagel Überzeugungsarbeit leisten. Auf dem International Investment Forum sowie der Berenberg-Konferenz in New York steht die Cashflow-Entwicklung im Fokus. Investoren wollen wissen, wie der Rekordauftragsbestand in liquide Mittel übersetzt wird.
Die fundamentale Basis für die kommenden Jahre steht. Mehr als 90 Prozent des geplanten Umsatzes für 2026 sind bereits durch bestehende Aufträge abgesichert. Die Prognose von über 1,5 Milliarden Euro Erlös bleibt bestehen. Am 10. Juni folgt die virtuelle Hauptversammlung, auf der Aktionäre über die vorgeschlagene Dividende abstimmen.
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