Renk-Aktie: An den Prognosen liegt es nicht!

Die Aktie von Renk verliert wieder massiv an Wert. Eine Übernahme zeigte nur kurz Wirkung, trotz Kaufempfehlungen. Auch ein Rheinmetall-Deal lockt Anleger nicht.

Auf einen Blick:
  • Die Renk-Aktie hat seit ihrem Zwischenhoch am Dienstag deutlich abgegeben
  • Die Übernahme von David Brown Defence (DBD) überzeugt Anleger nicht nachhaltig
  • Zwei Analysten indes bestätigten ihre hohen Kursziele für den Getriebebauer
  • Doch auch eine erweiterte Kooperation mit Rheinmetall bleibt ohne positiven Effekt

Liebe Leserin, lieber Leser,

Anfang Juli hatte es den Anschein, als ob sich die Aktie von Renk wieder erholen könnte. Ausgehend von 42,56 Euro am letzten Handelstag im Juni, schoben sich die Papiere des Augsburger Rüstungsunternehmens auf Tradegate am Dienstag bis auf 49,92 Euro – ein satter Aufschlag von gut 17 Prozent. Doch von der Zuversicht ist nicht allzu viel geblieben. Nach einem weiteren Minus von aktuell 2,4 Prozent am Freitag notiert die Renk-Aktie bei nur noch 42,94 Euro. Und eines ist sicher: An den Prognosen der Analysten liegt es nicht.

Renk Aktie Chart

Renk übernimmt David Brown Defence (DBD)

Denn nachdem die Renk Group am 3. Juli eine verbindliche Vereinbarung für die Übernahme von David Brown Defence (DBD) von Stellex Capital Management abgeschlossen hatte, zeigten sich die Beobachter zuversichtlich. Aus gutem Grund: David Brown Defence ist spezialisiert auf Hochpräzisionsgetriebe für Marine- und landbasierte Verteidigungsanwendungen. Mit der Übernahme setze Renk „seine Konsolidierungsstrategie des internationalen Markts für Getriebe im Verteidigungssektor fort“, wie das Unternehmen betonte.

„David Brown Defence liefert uns den Zugang zu den Five-Eyes-Ländern, stärkt unseren langfristigen Zugang zu wichtigen Programmen für Marineplattformen und erschließt Chancen in unserem Aftermarket-Geschäft“, versicherte Renk-CEO Alexander Sagel. Gleichzeitig erweitere das Unternehmen sein bestehendes Produktportfolio und das technologische Know-how durch die Integration von Antrieben für U-Boot-Anwendungen.

  • Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen und wird für das vierte Quartal erwartet
  • Über die finanziellen Konditionen der Transaktion haben beiden Parteien laut Renk-Mitteilung „Stillschweigen vereinbart“

Analysten bestätigen ihr hohes Renk-Kursziel

Holger Schmidt von der DZ Bank allerdings weiß offenbar mehr:  Er beließ die Einstufung für Renk angesichts der Übernahme des Getriebespezialisten jedenfalls „Kaufen“ mit einem fairen Wert von 64 Euro – rund 50 Prozent über dem aktuellen Kursstand. Der Kauf verstärke das Marine-Geschäft von Renk im U-Boot-Bereich und erweitere die Kundenbasis in den fünf großen englischsprachigen Nationen, schrieb er laut finanzen.net in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Gewinn je Aktie sollte dadurch steigen, temporär aber auch die Verschuldung. Der Kaufpreis erscheine laut Schmidt realistisch und sei nicht zu teuer – wo immer der nun auch liegen mag.

Das Analysehaus Jefferies schloss sich am Wochenende dieser Auffassung an, mit sogar noch etwas höherer Prognose: Analystin Chloe Lemarie hatte die Renk-Aktie mit einem Kursziel von 70 Euro auf „Buy“ belassen, was bei den Papieren ein Aufwärtspotenzial von gut 60 Prozent verspricht. Das verbindliche Übernahmeangebot für David Brown Defence lasse „keinen größeren Investitionsbedarf erwarten“, vermutete Lemarie am Sonntag.

Renk erweitert Kooperation mit Rheinmetall

Die Anleger indes reagierten nur kurzfristig positiv auf die Neuigkeit. Eine weitere Nachricht blieb gar ohne jede Wirkung. Denn am Donnerstag teilte Renk mit, dass man mit Rheinmetall eine Erweiterung des bestehenden Rahmenvertrags zur Lieferung von Antriebslösungen für den KF41 Lynx geschlossen habe. Der Lieferumfang umfasse Getriebe des Typs HSWL 256C sowie Seitenvorgelege. Michael Masur, CEO Vehicle Mobility Solutions, RENK GmbH:

  • „Mit der Erweiterung unseres Rahmenvertrags setzen wir die bewährte Zusammenarbeit mit Rheinmetall konsequent fort“
  • Der KF41 Lynx zählt demnach zu den modernsten Kettenfahrzeugen weltweit und ist als Schützenpanzer bereits in Ungarn eingeführt

Renk schlägt Rheinmetall auf lange Sicht

Die Renk-Aktie indes kann von all dem nicht profitieren. Allein im zurückliegenden Monat hat sie gut 15 Prozent an Wert eingebüßt, aufs Jahr gesehen sind es sogar 40 Prozent. Damit hat der Rüstungstitel allerdings immerhion Rheinmetall geschlagen: Die Düsseldorfer Großkonzern verlor seit Juli 2025 sogar 45 Prozent an Börsenwert.

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