Liebe Leserin, lieber Leser,
am Freitag keimte bei den Anlegern, die in Renk investiert sind, wieder Hoffnung auf. Von zuvor 56,85 Euro verbesserte sich die Aktie des Augsburger Getriebeherstellers in Frankfurt auf letztlich 59,53 Euro. Das bedeutete nach Tagen des Kursverfalls ein Plus von gut drei Prozent. Doch die gute Stimmung hielt nicht lange. Die neue Börsenwoche begann ernüchternd, die Renk-Aktie gab am Montag wieder auf 57,59 Euro nach, auch der Dienstag startete zunächst im Minus. Das ist durchaus zu erklären.
Renk-Aktie von CSG-Börsendebüt angetrieben
Denn Renk ist aktuell getrieben vom Trend praktisch aller Rüstungstitel. So hatte etwa auch der große Wettbewerber Rheinmetall am Freitag plötzlich zugelegt und zum Wochenbeginn wieder abgegeben. Hintergrund für den kurzzeitigen Anstieg war die Hoffnung, die ein weiterer Wettbewerber verbreitet hatte: Der tschechische Rüstungskonzern CSG hatte am Freitag in Amsterdam ein gelungenes Börsendebüt gefeiert.
- Der Verkaufspreis im Zuge des IPO lag laut Medienberichten bei 25 Euro
- Im Anschluss ist die CSG-Aktie in der Spitze bis auf 36,33 Euro geklettert
Renk und Rheinmetall wurden quasi mit nach oben gezogen, doch die erste Euphorie nach dem Börsendebüt ist bereits wieder verflogen. CSG notiert mittlerweile deutlich tiefer bei rund 33 Euro, und auch die Wettbewerber gaben entsprechend nach.
Renk-Aktie gut 30 Prozent unter Rekordhoch
Und so ist bei der Renk-Aktie wieder Ernüchterung eingekehrt. Nachdem die Papiere noch mit Elan ins neue Jahr gestartet waren, am 12. Januar bei einem Kurs von 66,84 Euro ihre Höchstbewertung erreichte, hat sie seitdem wieder knapp 15 Prozent an Wert eingebüßt. Seit ihrem Rekordhoch von rund 90 Euro aus dem Oktober 2025 beläuft sich der Abschlag gar auf weit mehr als 30 Prozent.
Renk-Kursziele reichen bis 75 Euro
Eines allerdings ist gewiss: An den Kurszielen der Analysten liegt es nicht. Diese erwarten zwar keine neuen Höchststände der Renk-Aktie. Ihre Prognosen allerdings lassen allesamt noch reichlich Luft nach oben, wie die Auflistung auf finanzen.net der Einschätzungen aus dem Januar zeigt.
- Goldman Sachs: 70,00 Euro, +20,90%
- Deutsche Bank: 72,00 Euro, +24,35%
- JP Morgan: 75,00 Euro, +29,53%
- Berenberg Bank: 76,00 Euro, +31,26%
Berenberg und Goldman Sachs sagten „Buy“
Zwar hatte George McWhirter von der Privatbank Berenberg seine Prognose für Renk am 12. Januar von 84 auf 76 Euro gesenkt, die Einstufung allerdings auf „Buy“ belassen. In seiner Einschätzung setze er nach wie vor auf Rüstungswerte, wie es hieß. Die US-Militäraktion in Venezuela sowie die Grönland-Frage hätten die geopolitische Unsicherheit weiter erhöht, so der Analyst. Seine Erwartung eines „Dekade langen Anstiegs der europäischen Rüstungsausgaben“ sehe er bestätigt. Die Rüstungsbranche sei zudem niedriger bewertet als der Bereich zivile Luftfahrt, so McWhirter.
Wenig später meldete sich die US-Investmentbank Goldman Sachs ebenfalls mit einer Einstufung zur Renk-Aktie, mit einem Kursziel von etwas bescheideneren 70 Euro. Analyst Sam Burgess wagte einen Ausblick auf die Berichtssaison der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsbranche für 2025 und auf das neue Jahr. Das Risiko, dass Deutschland seine Aufrüstungsambitionen nennenswert verringert, hält Burgess für äußerst gering. Gut für Rheinmetall, Renk & Co.
Renk meldete Millionen-Auftrag der U-S.Army
Die Augsburger selbst hatten Mitte Januar ebenfalls gute Nachrichten verbreitet. Renk America habe den Zuschlag für einen Auftrag der U.S. Army mit einem potenziellen Gesamtwert von bis zu 75,5 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren erhalten, hieß es.
Im Rahmen eines Vertrags (Cost-Plus Fixed Fee, CPFF) werde Renk America technische Systemunterstützung für hydromechanische Getriebe (HMPT) leisten und damit mehrere kritische Plattformen der U.S. Army unterstützen. Darunter laut Renk der Schützenpanzer Bradley (BFV), das Armored Multi-Purpose Vehicle (AMPV), das Multiple Launch Rocket System (MLRS) sowie die Panzerhaubitze Paladin (SPHS). Die Aktie aber reagierte nur kurz positiv.
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