Operativ läuft es bei Renk, an der Börse nicht. Der Spezialist für militärische Antriebstechnik sitzt auf einem Rekord-Auftragsbestand, doch die Aktie rutscht weiter ab. Am Freitag schloss sie bei 44,02 Euro, verlor am Tag 2,41 Prozent und liegt auf Wochensicht 10,17 Prozent tiefer.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Kurs notiert nur knapp über dem jüngsten Jahrestief bei 43,99 Euro. Zum langfristigen Durchschnitt bei 59,74 Euro fehlt inzwischen mehr als ein Viertel.
Mehrere Unterstützungen sind gefallen. Wird der Verkaufsdruck nicht abgefangen, rückt die Zone um 40 Euro näher. Das passt nicht zum operativen Bild, erklärt aber die Nervosität am Markt.
Renk meldet eine Book-to-Bill-Ratio von 2,1. Neue Aufträge kommen also deutlich schneller herein, als Umsatz realisiert wird. Der Auftragsbestand liegt bei 6,9 Milliarden Euro und damit auf einem Höchststand.
Juni bringt zwei Prüfsteine
Auf der Eurosatory in Paris soll Renk vom 15. bis 19. Juni vertreten sein. Gemeinsam mit Patria will der Konzern ein schweres unbemanntes Bodenfahrzeug zeigen. Außerdem soll das neue Getriebe ESM 280 dort offiziell präsentiert werden.
Das Thema passt zur Strategie „NextGen Mobility“. Dafür sind bis 2028 rund 325 Millionen Euro vorgesehen. Am Stammwerk soll die jährliche Getriebekapazität bis Jahresende auf 800 Einheiten steigen.
Auch geografisch baut Renk aus. In Polen entstehen neue Service- und Produktionsstandorte für Kunden in der Ukraine und im Baltikum. Das zeigt, worum es geht: mehr Kapazität, kürzere Wege, stärkere Nähe zu militärischen Endkunden.
Hauptversammlung und Israel-Geschäft
Am 10. Juni stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,58 Euro je Aktie ab. Das wäre ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Agenda steht außerdem ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der RENK Group AG und der RENK GmbH.
Ein Belastungsfaktor aus dem ersten Quartal fällt weg. Lieferungen nach Israel lagen wegen eines deutschen Exportembargos auf Eis, sollen aber ab dem zweiten Quartal wieder Umsatz bringen. Mehr als 90 Prozent des geplanten Jahresumsatzes sind bereits durch Aufträge und Rahmenvereinbarungen abgesichert.
Für das Gesamtjahr erwartet Renk weiter mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Das bereinigte EBIT soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro liegen. Damit bleibt die Zielsetzung intakt, auch wenn der Markt derzeit stärker auf die Umsetzung schaut.
Kurzfristig zählt nun das Kursbild. Ein Schlusskurs zurück über 45,97 Euro würde die jüngsten Verkaufssignale entschärfen. Unter 43,99 Euro rückt die 40-Euro-Zone wieder näher.
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