Renk Aktie: 6,17 Prozent Minus nach Trump-Schock

Renk-Aktie fällt auf Jahrestief: US-Rüstungsfinanzierungsfragen und Stopp des F126-Projekts belasten den Getriebespezialisten.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch um über sechs Prozent
  • 52-Wochen-Tief in greifbarer Nähe
  • F126-Fregattenprojekt gestoppt
  • KNDS-Börsengang als zusätzliche Gefahr

Ein kurzfristiges Treffen im Weißen Haus schickt Schockwellen durch die europäische Rüstungsbranche. US-Präsident Trump bestellte die Spitzen der US-Verteidigungsindustrie ein. Weil unklar ist, wer die geforderten neuen Waffensysteme bezahlt, flüchten Investoren aus dem Sektor. Auch die Renk Group gerät massiv unter die Räder.

Das Papier des Getriebespezialisten verliert heute 6,17 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 43,07 Euro rückt das 52-Wochen-Tief bedrohlich nahe. Der Abstand beträgt nur noch rund zwei Prozent. Den Auslöser liefert Washington. Trump fordert von Konzernen wie Lockheed Martin einen massiven Produktionshochlauf für Raketensysteme. Wie die US-Regierung das bezahlen will, bleibt völlig offen.

Frust bei Marineaufträgen

Parallel dazu belasten strategische Wechsel im deutschen Verteidigungsministerium die Stimmung. Minister Boris Pistorius stoppt laut Berichten das milliardenschwere Fregatten-Projekt F126. Der Fokus wandert stattdessen zu acht MEKO-200-Fregatten des Konkurrenten TKMS.

Renk baut als Spezialist die nötigen Marinegetriebe für solche Schiffe. Das Scheitern des F126-Programms werten Marktbeobachter als negatives Signal für die gesamte Zulieferkette. Im gleichen Schritt legte die Aktie von TKMS deutlich zu.

Neuer Rivale um Investorengelder

Ein weiteres Risiko braut sich am Kapitalmarkt zusammen. Der Panzerhersteller KNDS plant noch in diesem Sommer seinen Börsengang in Frankfurt und Paris. KNDS baut den Leopard 2 und bedient exakt dasselbe Segment für Landsysteme wie Renk. Die Folge: Investoren könnten in den kommenden Monaten Kapital aus Renk abziehen. Sie machen in ihren Portfolios Platz für den prominenten Neuzugang.

Charttechnisch spitzt sich die Lage zu. Der Relative-Stärke-Index fällt auf einen Wert von 35,2. Das signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Analysten der Berenberg Bank lassen sich von dem Ausverkauf nicht beirren. Sie bestätigen ihr Kursziel von 72 Euro. Fällt die Aktie jedoch unter die Unterstützung beim Jahrestief von 42,12 Euro, drohen weitere charttechnische Abverkäufe.

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