Starke Aufträge und eine höhere Dividende – bei Renk klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung eine satte Gewinnausschüttung beschlossen. Die Börse quittiert das mit Verkäufen.
Frischer Wind im Aufsichtsrat
Auf der Hauptversammlung winkten die Anteilseigner alle Vorschläge durch. Die Dividende steigt für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 0,58 Euro je Aktie. Das entspricht einem kräftigen Plus von 38 Prozent.
Ferner wählten die Investoren Dr. Klaus Richter in den Aufsichtsrat. Er übernimmt direkt den Vorsitz von Claus von Hermann. Richter bringt weitreichende Erfahrung aus der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie mit. Er soll das Unternehmen in einer Phase hoher Nachfrage stabilisieren.
Volle Auftragsbücher und prominente Käufer
Operativ läuft es rund. Renk meldete Anfang des Jahres neue Rekorde beim Auftragseingang in Höhe von 582 Millionen Euro. Der Bestand summiert sich auf gewaltige 6,9 Milliarden Euro.
Das zieht große Adressen an. BlackRock meldete am Freitag einen erhöhten Stimmrechtsanteil. Der US-Vermögensverwalter kontrolliert nun 4,28 Prozent der Renk-Anteile.
Skepsis an der Börse
Der Aktienkurs spiegelt diese Erfolge nicht wider. Im Gegenteil. Zum Wochenschluss rutschte das Papier um 3,36 Prozent auf 47,20 Euro ab. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 14 Prozent.
Vom Rekordhoch bei knapp 89 Euro aus dem vergangenen Oktober ist der Kurs weit entfernt. Die Papiere notieren aktuell rund 47 Prozent tiefer.
Margen schlagen Politik
Marktbeobachter sehen einen klaren Grund, warum Investoren zögern. Der Markt ignoriert politische Versprechen zunehmend. Aktionäre fordern handfeste Beweise, dass der Konzern die Aufträge profitabel abarbeitet.
Im Fokus stehen nun die operativen Margen und die tatsächliche Lieferfähigkeit des Konzerns. Renk steuert auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris dagegen. Dort präsentiert das Management neue Konzepte für autonome militärische Fahrzeuge.
Die kommenden Monate erfordern operative Präzision. Renk muss die gigantischen Auftragsbestände zügig in Umsatz verwandeln. Gelingt das nicht, droht ein Test des jüngsten Tiefs bei 42,12 Euro.
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