Ein Auftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro, ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 und eine steigende Marge: Der Rüstungszulieferer Renk liefert Zahlen, die selbst optimistische Analysten überraschen. Die Aktie reagiert entsprechend und beendete den Freitagshandel mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 51,79 Euro.
Damit nähert sich der Kurs seinem 200-Tage-Durchschnitt von 52,64 Euro. Zum Rekordhoch von 90,20 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen aber weiterhin rund 43 Prozent.
Rekordauftragseingang treibt die Dynamik
Auslöser der Kursbewegung ist der Halbjahresbericht vom August. Renk meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von rund 1,2 Milliarden Euro. Das adjustierte EBIT wuchs um 10,1 Prozent und wuchs damit schneller als der Umsatz. Die adjustierte EBIT-Marge kletterte auf 15,4 Prozent.
Besonders die Sparte Vehicle Mobility Solutions sticht heraus. Der Auftragseingang der Division stieg um 42,6 Prozent auf 970 Millionen Euro. Die adjustierte Marge verbesserte sich dort auf 19,2 Prozent. In Summe erreichte der Gesamtauftragsbestand mit 7,4 Milliarden Euro ein Allzeithoch.
Analysten und Management ziehen mit
Deutsche Bank Research bestätigte am Freitag die Einstufung „Buy“ für die Renk-Aktie. Der Halbjahresbericht habe das Vertrauen der Anleger in die Jahresziele gestärkt, so der zuständige Analyst.
Der Vorstand bestätigte parallel die Prognose für 2026. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Beim adjustierten EBIT peilt Renk eine Spanne zwischen 255 und 285 Millionen Euro an.
Günstigere Finanzierung, stärkerer Cashflow
Renk hat seine Verschuldung neu strukturiert. Ein neues unbesichertes Konsortialkreditpaket senkt die jährlichen Finanzierungskosten um rund 7 Millionen Euro. Das Unternehmen gewinnt dadurch mehr strategische Flexibilität für Wachstum und Zukäufe.
Der freie Cashflow verbesserte sich im ersten Halbjahr deutlich auf rund 42 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 11,5 Millionen Euro. CFO Anja Mänz-Siebje sieht darin eine solide Basis für die weiteren Wachstumspläne.
Arminius verschiebt sich, das Ziel bleibt
Ganz ohne Unsicherheit geht es allerdings nicht. CEO Alexander Sagel rechnet nicht mehr damit, dass der Boxer-Großauftrag Arminius noch 2026 bei Renk landet. Die parlamentarische Genehmigung könnte sich bis Dezember hinziehen und den Auftrag ins Jahr 2027 verschieben.
Renk hält trotzdem am Auftragseingangsziel von rund 2 Milliarden Euro für 2026 fest. Das Unternehmen will mögliche Ausfälle bei Arminius und dem Programm F127 durch andere Aufträge kompensieren. Dazu zählen laut Sagel das Programm F128 und weiteres internationales Landgeschäft.
Der nächste Prüfstein für diese Rechnung ist die parlamentarische Entscheidung zu Arminius im Dezember. Bis dahin muss Renk zeigen, ob die Ersatzaufträge tatsächlich in der geplanten Größenordnung eintreffen.
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