Mehr Umsatz, aber ein Nettogewinn, der die Erwartungen verfehlt — bei Renault passen die Vorzeichen im ersten Halbjahr nicht ganz zusammen. Die Aktie schwankte am Donnerstag entsprechend zwischen deutlichem Minus und einer Erholung zurück Richtung Vortagesniveau.
Der Umsatz kletterte um 9,4 Prozent auf 30,25 Milliarden Euro. Treiber war vor allem das Elektrogeschäft: Die Verkäufe von Stromern legten um 47,6 Prozent zu, befeuert vom Kleinwagen R5. Mittlerweile ist jedes fünfte verkaufte Renault-Fahrzeug ein Elektroauto — eine Antwort auf den wachsenden Preisdruck durch chinesische Anbieter wie BYD und Chery. Auch ein höherer Verkaufspreis für den neuen Clio 6 trug zum Erlösplus bei.
Beim Gewinn zeigt sich ein gemischtes Bild. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn sank zwar um fünf Prozent auf 1,57 Milliarden Euro — Analysten hatten hier allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 700 Millionen Euro, während ein Konsens aus 21 Analysten im Schnitt 770 Millionen Euro erwartet hatte. Im Vorjahreszeitraum hatte ein Sondereffekt im Zusammenhang mit der Nissan-Beteiligung noch zu einem Nettoverlust von 11,18 Milliarden Euro geführt.
Prognose bestätigt, Rohstoffe als Belastungsfaktor
Renault hält an seinem Margenziel für 2026 fest: 5,5 Prozent operative Marge, nach 6,3 Prozent im Vorjahr. CEO François Provost verwies gegenüber Journalisten zudem auf steigende Rohstoffkosten, die der gesamten Automobilbranche im kommenden Jahr zusetzen dürften.
Die reine Bestätigung der Jahresziele lieferte dem Markt keinen neuen Kaufimpuls. Die Aktie fiel im Verlauf des Handelstages in Paris zeitweise um 2,62 Prozent auf 27,18 Euro, bevor sie sich im späteren Handel wieder Richtung Vortagesschluss erholte. Ob die EV-Dynamik reicht, um die Margenschwäche in den kommenden Quartalen auszugleichen, hängt maßgeblich davon ab, wie stark die angekündigte Rohstoffverteuerung 2027 tatsächlich durchschlägt.
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