Der französische Automobilhersteller Renault hat am Kreditmarkt einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Ausblick für das Rating ist stabil. Zuvor war das Unternehmen mit der spekulativen Note „Ba1“ bewertet worden.
An der Börse spiegelte sich dieser Vertrauensbeweis zur Wochenmitte allerdings nicht wider. Im heutigen Handel gab die Aktie um 4,1 Prozent auf 28,37 Euro nach.
Partnerschaft mit Geely in Südamerika ausgebaut
Ungeachtet der heutigen Kursschwäche treibt das Unternehmen seine internationalen Wachstumspläne voran. Gestern gaben Renault und der chinesische Partner Geely laut Reuters und Unternehmensangaben eine zusätzliche Investition von 319 Millionen Euro in Brasilien bekannt. Die Mittel fließen über das gemeinsame Gemeinschaftsunternehmen in den größten Automobilmarkt Lateinamerikas.
Durch diese Aufstockung wächst das gesamte geplante Investitionsvolumen der beiden Partner in Brasilien für den Zeitraum von 2025 bis 2027 auf 899 Millionen Euro. Ziel der Initiative ist unter anderem die lokale Fertigung moderner Antriebskonzepte.
Ab 2027 soll die Technologie Hybrid E-Tech 4×4 Flex-Fuel in Brasilien vom Band laufen. Mit diesem Schritt stärkt Renault seine industrielle Basis außerhalb Europas und passt das Modellprogramm an regionale Kraftstoffmärkte an.
Bestätigte Jahresziele nach operativem Turnaround
Rückendeckung für die Investitionen liefert die Erholung im operativen Geschäft. Die Erlöse im Automobilbereich kletterten zeitgleich um 9,3 Prozent auf 26.806 Millionen Euro.
Zugleich kehrte Renault in die Gewinnzone zurück: Nach einem operativen Verlust von 8,40 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 erzielte der Autobauer in den ersten sechs Monaten 2026 ein operatives Ergebnis von 1,12 Milliarden Euro.
Das Management hielt an seinen Zielmarken für das gesamte Geschäftsjahr fest. Erwartet werden weiterhin eine operative Konzernmarge von rund 5,5 Prozent des Umsatzes sowie ein freier Mittelzufluss im Automobilgeschäft in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Die Kombination aus wiedererlangtem Investment-Grade-Status und der Ausweitung der globalen Plattformpartnerschaften bildet das Fundament für die anvisierten Jahreswerte.
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