Regeneron will seine Forschung im kommenden Jahr deutlich ausweiten. Das Management kündigte heute für 2027 einen Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsausgaben im mittleren zweistelligen Prozentbereich an. Zugleich erweitert das Unternehmen seine Antikörperallianz mit Sanofi. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie Regeneron zusätzliche Forschung finanziert und welche nächsten Entwicklungsschritte anstehen.
Sanofi-Allianz schafft finanziellen Spielraum
Die im Oktober ausgeweitete Zusammenarbeit umfasst vier langwirksame Antikörper. Sanofi leistet dafür eine Vorauszahlung von 1 Mrd. US-Dollar. Hinzu kommen bis zu 7 Mrd. US-Dollar an bedingten Entwicklungs-, Zulassungs- und Verkaufsmeilensteinen.
Die Unterscheidung ist entscheidend: Die Vorauszahlung ist vereinbart, die weiteren Einnahmen hängen dagegen vom Fortschritt der Programme ab. Sie sind deshalb kein fest zugesicherter Finanzierungsbeitrag. Entwicklungskosten und mögliche weltweite Gewinne teilen die Partner jeweils hälftig.
Regeneron soll die Vorauszahlung im vierten Quartal 2026 als Kooperationsumsatz verbuchen. Ein Kandidat befindet sich bereits in Phase 1. Drei weitere sollen im kommenden Jahr in klinische Studien eintreten.
Damit verbindet die Vereinbarung einen kurzfristigen Erlösbeitrag mit längerfristigen Entwicklungsvorhaben. Sie unterstützt den Ausbau der Forschung, macht dessen wirtschaftlichen Erfolg aber nicht automatisch sicher. Erst weitere Studien und mögliche Zulassungen entscheiden darüber, ob aus den Programmen vermarktete Medikamente werden.
Mehr Forschung trotz hoher Mittelbestände
Bereits für 2026 hat Regeneron seine Prognose für die bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten auf 6,05–6,15 Mrd. US-Dollar angehoben. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die Erwartung für die bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten.
Die Ausgabenplanung verschiebt sich damit zugunsten der Forschung. Für die Bewertung ist wichtig, die Kostenseite nicht isoliert zu betrachten: Regeneron investiert zusätzlich, während das bestehende Geschäft erhebliche Mittel bereitstellt.
Für die ersten neun Monate 2026 meldete das Unternehmen einen freien Cashflow von 2,9 Mrd. US-Dollar. Barmittel und Wertpapiere abzüglich Schulden beliefen sich auf 16,2 Mrd. US-Dollar.
Diese Mittel bilden einen finanziellen Puffer für die angekündigte Expansion. Zugleich ist die Sanofi-Vorauszahlung als gesonderter Beitrag zur nächsten Berichtsperiode einzuordnen. Sie ersetzt keine dauerhaft wiederkehrenden Erlöse aus erfolgreich vermarkteten Produkten.
Eine wichtige Grundlage bleibt Dupixent. Die von Sanofi verbuchten weltweiten Verkäufe erreichten im dritten Quartal 2026 rund 6,5 Mrd. US-Dollar, ein Wachstum von 35%.
Die bestehende Allianz liefert somit bereits einen wesentlichen wirtschaftlichen Beitrag. Die neuen Antikörper sollen die Zusammenarbeit verbreitern, befinden sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium.
Nächster Prüfstein ist Cemdisiran
Der nächste angekündigte regulatorische Termin liegt deutlich näher als mögliche Zulassungen der neuen Allianzprogramme. Für November 2026 wird eine FDA-Entscheidung zu Cemdisiran bei generalisierter Myasthenia gravis erwartet. Für Ordspono ist Februar 2027 als FDA-Zieltermin genannt.
Beide Termine sind von den langfristigen Forschungsplänen zu trennen. Eine erwartete Behördenentscheidung ist noch keine Zulassung. Für Anleger ergeben sich damit unterschiedliche Zeithorizonte: kurzfristig regulatorische Entscheidungen, mittelfristig steigende Forschungsausgaben und langfristig mögliche Erträge aus der erweiterten Partnerschaft.
Regenerons finanzielle Ausstattung bietet Spielraum für diesen Kurs. Ob die höheren Ausgaben zusätzlichen Unternehmenswert schaffen, hängt jedoch von klinischen Ergebnissen, Zulassungen und späterer Vermarktung ab – nicht allein von der Höhe der vereinbarten Meilensteinzahlungen.
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