Das E-Rezept liefert, und die Profitabilität zieht nach: Redcare Pharmacy hat im dritten Quartal Umsatz und operativen Gewinn etwas stärker gesteigert als erwartet. Der Gewinn wächst dabei deutlich schneller als die Erlöse.
Rx-Geschäft in Deutschland als Motor
Der Konzernumsatz legte um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro zu. Nach neun Monaten steht ein Plus von 19 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro. Treiber ist das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, das um 31 Prozent auf 358 Millionen Euro wuchs.
In Deutschland sprang der Rx-Umsatz sogar um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro. In der Schweiz fiel das Wachstum mit 10 Prozent deutlich bescheidener aus. Das Geschäft mit rezeptfreien Produkten wuchs um 9 Prozent auf 489 Millionen Euro.
Kostendisziplin hebt die Marge
Das bereinigte EBITDA stieg um 68 Prozent auf 28,7 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich von 2,4 auf 3,4 Prozent. Dafür sorgten vor allem geringere Marketingausgaben und niedrigere Kosten je Bestellung: Die bereinigten Vertriebskosten sanken auf 16 Prozent des Umsatzes.
Die Bruttomarge gab zwar leicht auf 21,8 Prozent nach. Der Rückgang fiel aber deutlich schwächer aus als im zweiten Quartal, als sie um 1,7 Prozentpunkte schrumpfte.
Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von einer Million Euro, der zweite in Folge. Der Free Cashflow lag bei 15 Millionen Euro. Besonders ertragsstark zeigt sich die DACH-Region mit einer Marge von 4,2 Prozent. Das internationale Geschäft bewegt sich weiter knapp unter der Gewinnschwelle.
Kundenbasis wächst schneller
Die Zahl aktiver Kunden erreichte 15,2 Millionen, ein Plus von 1,5 Millionen binnen Jahresfrist. Allein im dritten Quartal kamen 123.000 hinzu, im zweiten waren es 65.000. CEO Peter Schmid von Linstow kündigte an, den Marketingmix weiter zu optimieren und Skaleneffekte zu verstärken.
Die im September angehobene Jahresprognose bestätigt der Konzern. Er peilt ein Umsatzwachstum von 16 bis 18 Prozent und eine bereinigte EBITDA-Marge von 2,5 bis 3,0 Prozent an.
Der Rx-Umsatz in Deutschland soll zwischen 730 und 760 Millionen Euro liegen. Da die Marge nach neun Monaten bereits bei 2,9 Prozent steht, liegt sie am oberen Ende der Spanne.
Die nächsten Termine stehen fest: Am 11. Januar 2027 folgt die vorläufige Umsatzentwicklung für 2026, am 3. März 2027 die endgültigen Finanzergebnisse.
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