In den USA sind am Donnerstag weitreichende Importzölle auf Drohnentechnologie in Kraft getreten, die den heimischen Markt für Hersteller wie Red Cat deutlich abschirmen. Die neuen Regelungen sehen einen Zollsatz von 100 Prozent für militärisch nutzbare Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 25 Kilogramm oder integrierter Wärmebildtechnik vor.
Für kleinere kommerzielle Systeme wurde ein Aufschlag von 25 Prozent festgesetzt. Während die Abgaben auf sensible Komponenten erst im Februar 2027 wirksam werden, greifen die Kernzölle seit diesem Donnerstag unmittelbar und sollen die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern reduzieren.
Analysten bewerten Pentagon-Strategie neu
Die veränderte regulatorische Lage sowie eine Neuausrichtung der US-Verteidigungsausgaben riefen zuletzt mehrere Analysehäuser auf den Plan. Amit Daryanani vom Bankhaus Evercore ISI startete die Beobachtung der Aktie am Montag mit einer Einstufung als „Outperform“ und einem Kursziel von 15,00 US-Dollar. Er verwies dabei auf einen strukturellen Wandel im Pentagon, das für sein spezielles Drohnenprogramm im Geschäftsjahr 2027 Mittel in Höhe von 53,6 Milliarden US-Dollar beantragt hat – die historisch höchste Summe für diesen Bereich.
Etwas defensiver äußerten sich die Experten von Piper Sandler, die die Abdeckung am Mittwoch mit einem neutralen Urteil und einem Kursziel von 9,00 US-Dollar begannen.
Bereits Anfang August hatte das Analysehaus Needham sein Ziel von 20,00 auf 15,00 US-Dollar angepasst, hielt jedoch an der generellen Kaufempfehlung fest. Die Experten begründeten die Zielsenkung mit einer branchenweiten Bewertungskomprimierung im Verteidigungssektor und nicht mit unternehmensspezifischen Schwächen.
Massive Umsatzsteigerung und Insider-Bewegungen
Operativ konnte das Unternehmen zuletzt ein starkes Wachstum verzeichnen. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz auf 20,19 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von mehr als 500 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 35,26 Millionen US-Dollar aus. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bestätigte die Firmenleitung das Umsatzziel in einer Spanne von 150 bis 180 Millionen US-Dollar.
Parallel zu den geschäftlichen Entwicklungen kam es zu Verkäufen durch Führungskräfte. Direktor Nicholas Reyland Liuzza Jr. veräußerte am Freitag der Vorwoche 65.000 Aktien im offenen Markt zu einem Durchschnittspreis von rund 8,50 US-Dollar. Bereits am 17. August hatte CEO Jeffrey M. Thompson 150.000 Anteile im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 10,45 US-Dollar veräußert.
Operative Weichenstellungen im Verteidigungsgeschäft
Das Unternehmen festigt zudem seine personelle und technologische Basis. Am 12. August wurde Mitch McDonald zum Sparten-CEO für den Bereich unbemannte Flugsysteme befördert, um die Marken Teal Drones und FlightWave Aerospace zu führen. Technologisch setzt das Tochterunternehmen Blue Ops auf maritime Systeme und gab Mitte August eine Partnerschaft mit Havoc bekannt, um autonome Verteidigungslösungen für den Einsatz auf See zu entwickeln.
An der Börse spiegelten sich diese fundamentalen Impulse zuletzt nur bedingt wider. Gestern schloss das Papier im deutschen Handel bei 7,23 Euro. Damit notiert der Kurs aktuell mit einem Abstand von 23 Prozent unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Das 52-Wochen-Hoch von 16,30 Euro, welches die Aktie noch im März markierte, bleibt nach den jüngsten Konsolidierungsphasen vorerst außer Reichweite.
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