Red Cat verstärkt die Entwicklung unbemannter maritimer Systeme. Über den Unternehmensteil Blue Ops schloss der Drohnenspezialist am Freitag eine strategische Partnerschaft mit der Florida Atlantic University.
Im Zentrum der Kooperation steht der Zugang zum Harbor Branch Oceanographic Institute, an dem ein neues Zentrum für Forschung, Entwicklung, Tests und Schulungen entstehen soll. Für die operativen Einheiten von Blue Ops eröffnet die Vereinbarung die Nutzung einer 144 Acre umfassenden Tiefwasseranlage in Florida.
Die Vereinbarung fügt sich in die Expansion des maritimen Segments ein. Am 24. September beging das Unternehmen das einjährige Bestehen seiner Fertigungsstätte von Blue Ops im US-Bundesstaat Georgia. Dort präsentierte das Management die bisherigen Fortschritte in der Produktion und das Wachstum des Geschäftsfelds für maritime Systeme.
Juristische Auseinandersetzung in Utah
Neben den operativen Schritten beschäftigt das Unternehmen ein Rechtsstreit um Technologie und Know-how. Ein US-Bundesrichter im Bundesstaat Utah entschied am Mittwoch, dass wesentliche Teile einer Klage von Red Cat verhandelt werden dürfen.
Das Verfahren richtet sich gegen den früheren Teal-Drones-CEO George Matus sowie die Gesellschaft Vector Defense. Red Cat wirft den Beklagten unter anderem die unrechtmäßige Nutzung von Geschäftsgeheimnissen vor.
Das Gericht wies allerdings einzelne Klagepunkte ab. Dazu zählen Ansprüche nach dem Computer Abuse and Data Recovery Act von Utah sowie Anschuldigungen wegen der Verletzung vertraglicher Abwerbeverbote. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Beschluss um eine vorläufige Verfahrensentscheidung. Sie stellt ausdrücklich nicht fest, dass das behauptete Fehlverhalten tatsächlich stattgefunden hat.
Belastungen prägen das Marktumfeld
An der Börse spiegelte sich der operative Fortschritt zuletzt kaum wider. Zwar verzeichnete das Papier am Freitag ein leichtes Kursplus auf einen Schlusskurs von 5,68 €, doch das übergeordnete Bild bleibt eingetrübt. Mit diesem Niveau liegt die Notierung rund 65 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 16,30 €.
Mehrere Faktoren hatten die Stimmung in den vergangenen Wochen gedämpft. Vor rund einem Monat belasteten neue US-Importzölle auf Drohnen den Sektor. Vor gut drei Wochen folgten Berichte über Insider-Verkäufe durch den Red-Cat-CEO.
Zudem hatten die Quartalszahlen vor rund zwei Wochen die Erwartungen des Marktes verfehlt, während Analysten das Papier noch im selben Zeitraum als Favoriten mit Kaufempfehlungen hervorgehoben hatten. Ob die maritimen Initiativen ausreichen, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, hängt nun vor allem an der weiteren operativen Umsetzung.
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