Red Cat Aktie: Northland senkt EPS-Prognose auf minus 0,21 Dollar

Northland Securities reduziert EPS-Schätzung für Red Cat. Analysten bleiben trotz Führungsstreit und Umsatzverfehlung mehrheitlich optimistisch.

Auf einen Blick:
  • EPS-Prognose für Q2 gesenkt
  • Umsatz im ersten Quartal unter Erwartungen
  • Entlassung und Klage des Vertriebsvorstands
  • Integration der Black Widow Drohne geplant

Im Vorfeld des für den 6. August geplanten Quartalsberichts hat das Analysehaus Northland Securities seine Prognosen für das Drohnen-Unternehmen Red Cat angepasst. Analyst M. Latimore senkte am vergangenen Donnerstag die Erwartungen für das Ergebnis pro Aktie (EPS) im zweiten Quartal 2026 von zuvor minus 0,19 US-Dollar auf nun minus 0,21 US-Dollar. Diese Korrektur folgt auf einen bereits schwierigen Start in das laufende Geschäftsjahr, bei dem das Unternehmen die Markterwartungen teils deutlich verfehlt hatte.

Skepsis bei Analysten vor den August-Zahlen

Die jüngsten Anpassungen spiegeln eine wachsende Vorsicht am Markt wider. Im ersten Quartal 2026 meldete Red Cat einen Verlust pro Aktie von 0,22 US-Dollar und lag damit deutlich über dem erwarteten Minus von 0,12 US-Dollar. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen hinter den Erwartungen zurück: Mit 15,47 Millionen US-Dollar wurden die prognostizierten 17,63 Millionen US-Dollar nicht erreicht. Zwar entspricht das Ergebnis einem massiven Wachstum von 849,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, doch die hohen Erwartungen an die Skalierung des Geschäftsmodells konnten bisher nicht vollständig erfüllt werden.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 geht der Marktkonsens derzeit von einem Verlust von 0,68 US-Dollar pro Aktie aus. Trotz der kurzfristigen Schätzungsreduzierungen durch Northland Securities bleibt das allgemeine Analystenecho für das Papier positiv. Von sieben beobachtenden Experten vergeben zwei ein „Strong Buy“-Rating und vier ein „Buy“, während nur ein Analyst zum Verkauf rät. Das durchschnittliche Kursziel wird mit 21,40 US-Dollar angegeben, was deutlich über dem aktuellen Niveau liegt. Die Red-Cat-Aktie notiert heute bei 6,91 Euro, was einem Plus von 3,16 Prozent entspricht.

Führungskrise und rechtliche Hürden

Zusätzlich zur operativen Entwicklung wird die Stimmung durch personelle Unruhen getrübt. Das Unternehmen hatte kürzlich den Chief Revenue Officer (CRO) Geoffrey Hitchcock aus wichtigem Grund entlassen. Medienberichten zufolge hat Hitchcock daraufhin eine zivilrechtliche Klage wegen einer mutmaßlichen Vergeltungskündigung eingereicht. Solche rechtlichen Auseinandersetzungen innerhalb der Führungsebene sorgen für Unsicherheit unter den Anlegern und belasten den Aktienkurs im Vorfeld der nächsten Bilanzvorlage.

Parallel dazu gab es Verkäufe aus dem direkten Umfeld des Unternehmens. Direktor Paul Funk II veräußerte bereits am 11. Juni insgesamt 165.028 Aktien zu einem Preis von 11,50 US-Dollar pro Stück. In einem volatilen Marktumfeld, in dem der Wert derzeit mit 16,30 Euro weit unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert, werden solche Insiderverkäufe oft genau beobachtet.

Technologische Integration und Marktpotenzial

Trotz der bilanziellen und personellen Herausforderungen treibt Red Cat die technologische Weiterentwicklung voran. Ein zentraler Baustein der künftigen Strategie ist die Integration der „Black Widow“-Drohne in die OBERON-Netzwerke von C3A Solutions. Diese Kooperation soll die Einsatzfähigkeit der Systeme in komplexen Netzwerkumgebungen verbessern und die Positionierung im wachsenden Verteidigungs- und Sicherheitssektor stärken.

Das Marktumfeld für Drohnen-Dienstleistungen wird von Branchenexperten weiterhin als hochattraktiv eingestuft. Schätzungen gehen davon aus, dass der Sektor „Drones as a Service“ künftig ein Volumen von über 250 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Red Cat versucht, über strategische Partnerschaften und die Erhöhung der Produktionskapazitäten von diesem Trend zu profitieren, sieht sich jedoch im laufenden Jahr mit einer erhöhten Volatilität konfrontiert, während die Profitabilität weiterhin auf sich warten lässt.

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