Ein Umsatzsprung von 849 Prozent, neue NATO-Aufträge – und trotzdem verliert die Aktie fast ein Drittel ihres Werts binnen eines Monats. Bei Red Cat Holdings klafft die Lücke zwischen operativer Entwicklung und Börsenreaktion derzeit weit auseinander.
Der US-Drohnenhersteller hat neue Bestellungen für sein Black-Widow-System erhalten. Ein NATO-Mitglied bestellt über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA). Ein zweiter Auftrag kommt von einem Verbündeten im asiatisch-pazifischen Raum, die Auslieferung ist für 2026 geplant.
Black Widow trifft auf steigende Rüstungsbudgets
Die Black Widow ist ein kompaktes ISR-System für taktische Aufklärung. Das Fluggerät wird in den USA gefertigt und erfüllt die Vorgaben des National Defense Authorization Act. Damit passt es genau in den Trend, dass westliche Regierungen ihre Rüstungsbeschaffung stärker auf heimische Hersteller lenken wollen.
CEO Jeffrey Thompson sieht 2026 als Schlüsseljahr für das Unternehmen. Er verweist auf staatliche Budgetpläne von bis zu 74 Milliarden Dollar für unbemannte Luft- und Wasserfahrzeuge. Neben den Black-Widow-Drohnen baut Red Cat mit der Blue-Ops-Plattform auch unbemannte Wasserfahrzeuge für die Marine.
Umsatzsprung, aber noch dünne Marge
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 setzte Red Cat 15,5 Millionen Dollar um. Das entspricht einem Plus von 849 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Bruttomarge liegt bei 12,7 Prozent – ein Fortschritt, aber noch weit von profitablen Branchenwerten entfernt.
Zum Stichtag 31. März 2026 verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 131,9 Millionen Dollar. Das Management peilt für die kurz- bis mittelfristige Zukunft einen Jahresumsatz zwischen 150 und 180 Millionen Dollar an. Bei aktuell 15,5 Millionen Dollar pro Quartal wäre das eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem laufenden Tempo.
Kurs unter Druck trotz operativer Fortschritte
An der Börse zeigt sich davon bislang wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 6,72 Euro und liegt damit fast 59 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 16,30 Euro aus dem März. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier knapp 29 Prozent.
Der RSI von 32,5 signalisiert eine überverkaufte Situation, nachdem die Aktie deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten notiert. Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung dürfte auch daran liegen, dass Anleger die dünne Bruttomarge und den noch fehlenden Nachweis nachhaltiger Profitabilität kritisch sehen.
Der nächste Realitätscheck kommt Ende Juli. Dann legt Red Cat die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor – und muss zeigen, ob die neuen NATO- und Asien-Aufträge sich auch in der Marge niederschlagen.
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