Ein möglicher Einstieg der US-Regierung in heimische Drohnenhersteller beflügelt die Fantasie der Anleger. Red Cat, einer der profiliertesten Anbieter von Aufklärungsdrohnen, steht mitten im Zentrum dieser Entwicklung. Die Aktie legte in der vergangenen Woche um rund 53 Prozent zu und notierte am Freitag bei 12,38 Euro.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 58 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten steht ein Kursgewinn von 133 Prozent zu Buche.
Pentagon erwägt direkte Beteiligungen
Auslöser der Rally ist ein Bericht des Wall Street Journal. Demnach prüft das Pentagon über sein Office of Strategic Capital direkte Finanzhilfen für private Drohnenhersteller – in Form von Krediten oder sogar direkten Staatsbeteiligungen. Ziel: Die Abhängigkeit von chinesischer Technologie reduzieren und die heimische Lieferkette stärken.
Hintergrund ist das sogenannte „Drone Dominance“-Programm, das bis 2027 die Beschaffung von bis zu 300.000 preiswerten Angriffsdrohnen vorsieht. Red Cat wurde in den bisherigen Berichten nicht explizit genannt. Dennoch gilt das Unternehmen mit seinen Tochtern Teal Drones, FlightWave und Apium als einer der Hauptnutznießer einer solchen Politikverschiebung.
Ein weiterer Treiber: Die FCC hat einen Importstopp für ausländische Drohnen verhängt. Das schützt Hersteller wie Red Cat vor chinesischer Konkurrenz und öffnet den Markt für heimische Anbieter.
Analyst sieht One-Stop-Shop-Potenzial
H.C. Wainwright-Analyst Amit Dayal hat die Aktie kürzlich mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 20 US-Dollar aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Einstufung notierte das Papier bei rund zehn Dollar.
Dayal beschreibt Red Cat als „One-Stop-Shop“ für Drohnenlösungen aus einer Hand – über Luft, Land und See hinweg. Das günstige regulatorische Umfeld und der FCC-Importstopp dürften die Nachfrage nach US-Produkten zusätzlich ankurbeln, so der Analyst.
Umsatzexplosion – Gewinne bleiben aus
Das erste Quartal brachte einen Umsatzsprung von 869 Prozent auf 15,5 Millionen Dollar. Dazu trug auch ein Auftrag aus Japan über 173 Drohnensysteme bei. Das Unternehmen fokussiert sich derzeit auf den Ausbau der „Black Widow“-Produktion.
Trotz des rasanten Wachstums bleibt Red Cat vorerst verlustreich. Analysten rechnen nicht vor 2028 mit nachhaltiger Profitabilität – zu hoch sind die Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktionsskalierung.
Ausblick: Politische Entscheidungen im Juni
In der neuen Handelswoche richten sich die Blicke auf mehrere politische Meilensteine. Das Pentagon erwartet im Juni 2026 die Ausschreibung von „Gauntlet II“ mit einem Budget von rund 300 Millionen Dollar. Parallel dazu steht der Verteidigungshaushalt für das Fiskaljahr 2027 im Raum, der angeblich über 50 Milliarden Dollar für autonome Waffensysteme vorsieht.
Nach dem 35-prozentigen Tagesausbruch der Vorwoche beobachten Marktteilnehmer nun, ob sich die Aktie oberhalb der jüngsten Widerstandszonen stabilisieren kann. Die Volatilität im Sektor bleibt hoch – bedingt durch geopolitische Spannungen und die Abhängigkeit von staatlichen Förderzusagen. Für Red Cat dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden, ob die politischen Ankündigungen in handfeste Aufträge münden.
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