Realty Income Aktie: Die Prognosen laufen auseinander

Symbolbild, KI-generiert

Für 2026 steigt die AFFO-Schätzung je Aktie leicht, während Realty Income beim Nettogewinn einen niedrigeren Wert erwartet.

Auf einen Blick:
  • AFFO-Ausblick für 2026 leicht angehoben
  • Nettogewinnschätzung je Aktie reduziert
  • Quartals-AFFO steigt um 3,7 Prozent
  • Belegung erreicht 98,8 Prozent

Realty Income erhöht nach den Ergebnissen des dritten Quartals die operative Jahresprognose. Höhere Mieteinnahmen und eine stabile Belegung stützen den Ausblick. Die Botschaft ist allerdings zweigeteilt: Während das Unternehmen beim bereinigten operativen Ergebnis je Aktie mehr erwartet, senkt es die Nettogewinnprognose. Für Anleger kommt es deshalb darauf an, die beiden Ergebnisgrößen auseinanderzuhalten.

Höheres AFFO, niedrigerer Nettogewinnausblick

Für 2026 erwartet Realty Income nun bereinigte Funds from Operations, kurz AFFO, von 4,45–4,46 US-Dollar je Aktie. Die Anhebung fällt gering aus, bestätigt aber die positive Entwicklung dieser operativen Kennzahl.

Der Nettogewinnausblick bewegt sich in die andere Richtung. Eine pauschale Aussage über eine höhere Gewinnprognose würde daher zu kurz greifen.

Beim Nettogewinn rechnet Realty Income für 2026 nur noch mit 1,55–1,56 US-Dollar je Aktie. Im abgelaufenen Quartal stiegen zugleich die Immobilienwertminderungen. Der operative Fortschritt geht somit nicht mit einer Verbesserung sämtlicher Ergebnisgrößen einher.

Das Quartal liefert dennoch Rückhalt für den höheren AFFO-Ausblick. Entscheidend ist dabei die Entwicklung je Aktie, nicht allein das Wachstum des gesamten Unternehmens.

Im dritten Quartal erreichte das AFFO 1,12 US-Dollar je Aktie und lag damit 3,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Umsatz betrug 1.621,6 Millionen US-Dollar.

Vermietung stützt das operative Wachstum

Die Vermietungszahlen zeigen ein weitgehend stabiles Portfolio. Realty Income hält die Belegung hoch und erzielt bei Wiedervermietungen höhere Mieten. Das unterstützt den Ausblick neben den zusätzlichen Investitionen.

Die Belegungsquote lag bei 98,8 Prozent. Die Mietrückgewinnungsquote bei Wiedervermietungen erreichte 103,5 Prozent. Die vergleichbaren Mieterlöse auf konstanter Währungs- und anteiliger Basis wuchsen um 1,1 Prozent.

Auch die Erwartungen an Zahlungsausfälle haben sich verbessert. Das Management senkte die entsprechende Prognose und untermauert damit seine zuversichtlichere Einschätzung des laufenden Geschäfts.

Für das Gesamtjahr erwartet Realty Income Kreditverluste von rund 30 Basispunkten statt zuvor 40 Basispunkten. Die prognostizierte Belegung liegt bei über 98,5 Prozent.

Damit beruht die höhere operative Ergebnisprognose nicht ausschließlich auf Zukäufen. Auch das bestehende Mietgeschäft trägt dazu bei. Das Wachstum der vergleichbaren Mieterträge bleibt allerdings moderat.

Europa und Finanzierung im Fokus

Realty Income bestätigte sein Investitionsziel für 2026 von 10 Milliarden US-Dollar. Der höhere AFFO-Ausblick geht also nicht mit einer erneuten Ausweitung dieses Ziels einher.

Bei der Kapitalanlage gewinnt Europa an Bedeutung. CEO Sumit Roy verwies auf höhere langfristige Zinsen, durch die sich attraktive Investitionsbedingungen nach Europa verschöben.

Im dritten Quartal investierte Realty Income insgesamt rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Der anteilige Betrag lag bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar, die gewichtete anfängliche Cash-Rendite bei 6,8 Prozent.

Parallel erweitert das Unternehmen seine Finanzierungsmöglichkeiten. Dazu gehören die europäische Partnerschaft mit KKR und die Ausgabe von Wandelanleihen.

KKR investierte 528 Millionen Euro für einen Anteil von 49 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen mit 54 europäischen Immobilien.

Die Partnerschaft ergänzt die Finanzierung über den Kapitalmarkt. Für Anleger zählt neben den erzielten Immobilienrenditen deshalb weiterhin, zu welchen Bedingungen Realty Income neues Kapital beschafft.

Im August gab das Unternehmen Wandelanleihen über 1 Milliarde US-Dollar zu 3,750 Prozent aus. Sie werden im August 2031 fällig.

Die Quartalszahlen sprechen für operative Stabilität und einen leicht verbesserten AFFO-Ausblick. Der gesenkte Nettogewinnausblick begrenzt jedoch die Aussagekraft der positiven Prognoseänderung. Investitionsrenditen, Finanzierungskosten und die weitere Entwicklung je Aktie bleiben die entscheidenden Prüfsteine.

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