Ein schwacher Handelsstart, dann ein Kurssturz, dann eine Rally. Die Aktie von IQM Quantum Computers, vormals Real Asset Acquisition, hat binnen 48 Stunden eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Am Ende steht eine fast verdoppelte Bewertung.
Vom Fehlstart zur Rally
Der erste Handelstag unter dem Kürzel IQMX verlief zäh. Die Aktie schloss bei 6,64 US-Dollar, nahe ihres 52-Wochen-Hochs von 7,02 US-Dollar. Von Euphorie keine Spur.
Am zweiten Tag drehte sich das Bild komplett. Die Aktie fiel zunächst um rund 7,5 Prozent. Dann kehrte sie um und schloss bei 13,03 US-Dollar. Das entspricht einem Plus von etwa 2 Prozent gegenüber dem Referenzpreis von 12,76 US-Dollar.
Rund 689.000 Aktien wechselten an diesem Tag den Besitzer. Innerhalb von zwei Handelstagen hat sich der Kurs damit nahezu verdoppelt. Für ein frisch fusioniertes Unternehmen ist das eine außergewöhnliche Bewegung.
Zweite Notiz in Helsinki
Parallel zur Nasdaq startete die Aktie auch in Helsinki. Der Handel an der Nasdaq Helsinki begann am 3. Juli im Rahmen eines Dual-Listing-Arrangements. Das zweite Listing war bereits Teil der ursprünglichen Fusionsvereinbarung.
Es soll europäischen Investoren einen direkteren Zugang zur Aktie geben. IQM ist ein finnisches Quantencomputing-Unternehmen. Der Heimatmarkt spielt für die Investorenbasis offenbar weiterhin eine Rolle.
Fusion und Kassenbestand
Die Notiz kam über eine Fusion mit der Zweckgesellschaft Real Asset Acquisition Corp. zustande. Die Bewertung nach dem Zusammenschluss liegt bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Das kombinierte Unternehmen sitzt zudem auf einem prallen Kassenpolster.
Mehr als 450 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln stehen zur Verfügung. Ein Teil davon stammt aus IQMs Series-B-Finanzierungsrunde vom September 2025 über 300 Millionen US-Dollar. Für ein junges Quantencomputing-Unternehmen ist das eine solide finanzielle Basis.
Warrants als Hebel
Neben den Aktien handeln auch Warrants aus der ehemaligen SPAC-Struktur an der Nasdaq. IQM hat die von RAAQ ausgegebenen Warrants übernommen. Sie berechtigen zum Kauf einer Aktie zu 11,50 US-Dollar.
Maximal 12.530.975 neue oder bestehende Aktien können über diese Warrants bezogen werden. Sie handeln separat unter dem Kürzel „IQMX WS“. Für spekulative Anleger bieten sie eine gehebelte Wette auf den weiteren Kursverlauf.
Was hinter der Volatilität steckt
Der zähe Start passt zu einem bekannten Muster bei SPAC-Fusionen. Privatanleger reagieren häufig skeptisch, zusätzlich sorgt die Unsicherheit der Quantentechnologie für Zurückhaltung. Die schnelle Erholung deutet dagegen auf zunehmendes institutionelles und spekulatives Interesse hin.
Das Unternehmen selbst bringt operative Substanz mit. Weltweit sind bereits 23 Quantencomputer von IQM installiert. Der Ausbau von Technologie und Geschäft soll nun weitergehen.
Bei einem derart geringen Streubesitz und einer kurzen Handelshistorie bleibt eines wahrscheinlich: Die Kursschwankungen dürften in den kommenden Handelstagen hoch bleiben.
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