Raspberry Pi Aktie: Umsatz fast verdoppelt

Symbolbild, KI-generiert

Raspberry Pi meldet kräftiges Wachstum und hebt die Jahresprognose an; für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management höhere Stückzahlen.

Auf einen Blick:
  • Halbjahresumsatz erreicht 256,9 Millionen Dollar
  • Bereinigtes EBITDA steigt auf 40,3 Millionen Dollar
  • Auftragsbestand wächst auf 2,6 Millionen Einheiten
  • Management erwartet höhere Stückzahlen im zweiten Halbjahr

Ein Kurssprung von über 16 Prozent lässt sich selten allein mit einer Zahl erklären. Bei Raspberry PI Holdings reichen heute gleich mehrere: Umsatz, Gewinn und Auftragsbestand haben sich in wenigen Monaten drastisch nach oben bewegt.

Die Aktie kletterte auf bis zu 740,59 Pence und markierte damit ein Rekordhoch, bevor sie sich leicht unter dem Tageshoch einpendelte. Schon in den sechs Handelstagen vor der Zahlenvorlage hatte sich Kaufinteresse aufgebaut — der Markt positionierte sich offenbar bereits im Vorfeld der Ergebnisse.

Zahlen deutlich über Erwartungen

Für das erste Halbjahr 2026 meldete der Computerhersteller einen Umsatzsprung von 90 Prozent auf 256,9 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA mehr als verdoppelte sich auf 40,3 Millionen Dollar, der Gewinn vor Steuern legte um 216 Prozent auf 19,6 Millionen Dollar zu.

Der Vorstand hob die Prognose für das Gesamtjahr an: Das bereinigte EBITDA soll nun über dem bisherigen Marktkonsens von rund 42 Millionen Dollar liegen. Die Bruttomarge gab dabei leicht nach, von 25 auf 23 Prozent — ein Nebeneffekt des schnellen Wachstums, der die Story aber nicht bremst.

Hinter dem Sprung steckt eine beschleunigte Nachfrage von OEM-Kunden. Die direkten Lieferungen ohne Lizenznehmer stiegen um 26 Prozent auf 3,4 Millionen Einheiten, die Gesamtauslieferungen um 17 Prozent auf 4,2 Millionen. Besonders gefragt war die Hardware in den Bereichen Smart Home sowie Luft- und Raumfahrt/Verteidigung.

Auftragsbestand verdoppelt

Der wohl aussagekräftigste Wert für die kommenden Quartale ist der Orderbestand: Er hat sich im ersten Halbjahr auf 2,6 Millionen Einheiten verdoppelt. CEO Eben Upton führte die stabile Lieferfähigkeit auch auf eine Entscheidung aus dem Jahr 2025 zurück, frühzeitig strategische Speicherbestände aufzubauen — ein Vorteil gegenüber kleineren Wettbewerbern, die in der jüngsten Lieferkettenkrise bei der Chip-Allokation ins Hintertreffen gerieten.

Das Unternehmen erweiterte zudem sein Edge-AI-Portfolio um das neue AI HAT+ 2 für den Raspberry Pi 5 und bekräftigte, ausreichend Speicherbestände für die Produktionsziele 2026 gesichert zu haben. Für 2027 laufen bereits weitere strategische Einkäufe.

Der breitere Marktbezug fehlte an diesem Tag: US-Börsen tendierten insgesamt leicht schwächer, der Kursanstieg bei Raspberry Pi war also klar unternehmensspezifisch getrieben.

Für die zweite Jahreshälfte stellte das Management höhere Stückzahlen als im ersten Halbjahr in Aussicht, gestützt auf den prall gefüllten Auftragsbestand — wies aber zugleich darauf hin, dass sich die außergewöhnlich guten Stückkosten aus dem ersten Halbjahr inzwischen wieder normalisiert haben.

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