Randstad lässt die Krise hinter sich. Der Personaldienstleister überraschte den Markt zuletzt mit starken Wachstumszahlen. Die globale Flaute bei Neueinstellungen scheint in wichtigen Regionen ihren Boden gefunden zu haben.
Überraschendes Wachstum im zweiten Quartal
Die Kehrtwende kam mit den jüngsten Geschäftszahlen. Randstad steigerte den organischen Umsatz um 1,9 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Plus von einem Prozent gerechnet. Parallel dazu überzeugte das operative Ergebnis (EBIT) mit einem Sprung auf 182 Millionen Euro.
Das Management beobachtet eine spürbare Belebung der Nachfrage. Der Abwärtstrend ist in Kernmärkten wie Deutschland und Nordamerika vorerst gestoppt. In Deutschland legte der Umsatz zuletzt sogar um vier Prozent zu. Der Aufwärtstrend aus dem Juni setzte sich laut Unternehmensangaben bis in den Juli fort.
Spezialisierung als Gewinntreiber
CEO Sander van ‚t Noordende setzt konsequent auf die Strategie „Partner for Talent“. Das Unternehmen konzentriert sich verstärkt auf margenstarke Nischen wie das Gesundheitswesen, Ingenieursdienstleistungen und digitale Berufe. Die reine Zeitarbeit rückt dabei zunehmend in den Hintergrund.
Besonders das Digital-Segment hat sich zu einer tragenden Säule entwickelt. Die digitalen Marktplätze steuern jährlich rund vier Milliarden Euro zum Umsatz bei. Das entspricht etwa 15 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Randstad nutzt den globalen Fachkräftemangel so als Chance für spezialisierte Dienste.
Analysten heben den Daumen
Goldman Sachs reagierte bereits auf die operative Verbesserung. Die Investmentbank hob das Kursziel für die Aktie deutlich auf 38,50 Euro an. Experten loben vor allem die strenge Kostendisziplin des Konzerns. Diese Effizienz gleicht den anhaltenden Druck auf die Bruttomargen erfolgreich aus.
Das Papier notiert aktuell bei 36,51 Euro. Damit hat die Aktie seit ihrem Jahrestief im April über 70 Prozent an Wert gewonnen. Trotz dieser schnellen Rallye bleibt die Marktstimmung konstruktiv.
Im August liegt der Fokus auf der Nachhaltigkeit des Aufschwungs. Während Deutschland sich erholt, bleibt der französische Markt ein Sorgenkind. Anleger beobachten nun, ob Randstad die Profitabilität seiner Digital-Plattformen weiter steigern kann. Das nächste Etappenziel bleibt die Konsolidierung auf dem erreichten Neun-Monats-Hoch.
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