Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock ist im großen Stil bei Rambus eingestiegen. Wie gestern aus einer aufsichtsrechtlichen Meldung zum zweiten Quartal hervorging, hat der Investor eine Position von rund 13,96 Millionen Aktien aufgebaut. Dies entspricht einem Anteil von 12,88 Prozent an dem US-Halbleiterspezialisten.
Die Nachricht über das massive institutionelle Engagement fällt in eine Phase, in der die Aktie nach einer wichtigen Produktpräsentation unter Druck geraten war.
Investoren nutzen Kursrücksetzer für Einstieg
Neben BlackRock haben weitere institutionelle Anleger ihre Positionen bei dem Unternehmen deutlich ausgebaut. Medienberichten zufolge meldete Deepwater Asset Management einen neuen Anteil im Wert von rund 5,92 Millionen Dollar. Auch TimesSquare Capital Management sicherte sich im zweiten Quartal weitere Anteile und hält nun 0,25 Prozent am Unternehmen. Rice Hall James & Associates initiierte im selben Zeitraum ebenfalls eine neue Beteiligung.
Diese Käufe stehen im Kontrast zur jüngsten Marktreaktion. Am Dienstag präsentierte Rambus auf der Fachkonferenz Future of Memory and Storage (FMS) in Santa Clara seine technologische Roadmap. Das Unternehmen zeigte Chipsets für DDR5-9600-Speichermodule und spezielle Schnittstellen-Lösungen für die nächste Generation der KI-Infrastruktur.
Obwohl Rambus damit seinen Fokus auf den Wachstumsmarkt der Künstlichen Intelligenz schärfte, reagierte die Börse verhalten. Marktteilnehmer kritisierten, dass die vorgestellten Pläne die aktuelle Bewertung des Titels nicht ausreichend rechtfertigten.
Rekordumsätze und laufendes Rückkaufprogramm
Das operative Geschäft lieferte zuletzt jedoch starke Impulse. Im Juli meldete Rambus für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 207,4 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 0,77 Dollar über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt von 0,72 Dollar ausgegangen waren. Für das laufende dritte Quartal gab das Management eine Umsatzprognose zwischen 210 Millionen und 216 Millionen Dollar aus.
Zusätzlich stützt das Unternehmen den Kurs durch Kapitalrückgaben. Seit dem 5. August läuft ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 100 Millionen Dollar, das in Zusammenarbeit mit Mizuho Markets Americas durchgeführt wird. Bis zum Ende des dritten Quartals wird eine erste Lieferung von etwa 796.000 Aktien erwartet. Der Abschluss der gesamten Maßnahme ist für den 30. September vorgesehen.
Analysten sehen deutliches Potenzial
Trotz der jüngsten Volatilität bleibt die Zuversicht bei Experten hoch. Der Analyst Gary Mobley vom Analysehaus Benchmark bekräftigte am 10. August seine Kaufempfehlung für die Aktie. Er belässt das Kursziel bei 165,00 Dollar und begründete dies mit dem überdurchschnittlichen Abschneiden im zweiten Quartal sowie dem soliden Ausblick für die kommenden Monate.
Aktuell notiert das Papier bei 92,20 Dollar, was einem Tagesverlust von 2,31 Prozent entspricht. Damit wird der Titel mit einem Abschlag von rund 33,59 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch gehandelt.
Während institutionelle Anleger wie BlackRock die Bewertung offenbar für einen Einstieg nutzen, gab es auf der Führungsebene vereinzelt Verkäufe: Director Charles Kissner veräußerte am 7. August ein Paket von 5.000 Aktien zu einem Preis von 100,92 Dollar je Stück im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans.
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