Liebe Leserinnen und Leser,
Investoren des Chip-Riesen Qualcomm haben es auf Jahressicht nicht leicht gehabt. Gerade einmal 5% Zugewinn trotz Nasdaq-Bullenmarkt blieben für die Anleger unter dem Strich hängen. Zwischendurch sah es so aus als wenn dank KI-Ankündigungen Dynamik in den Aktienkurs kommt, doch der kleine Ausbruch aus der Seitwärtsphase erwies sich als Strohfeuer.
Dass es bei Qualcomm noch nicht die erhofften Gewinne gab, sollte die Investoren jedoch nicht verunsichern. Es gab in den vergangenen Wochen keine relevanten Nachrichten, die darauf hindeuten würden, dass die neue Qualcomm-KI-Investitionsstory angekratzt ist. Vielmehr dürfte die lustlose Investorenstimmung damit zusammenhängen, dass Qualcomm nach einem kurzen KI-push wieder als lahmender Smartphone-Chipanbieter wahrgenommen wird. Doch das ist zu kurz gedacht, wie die jüngsten operativen Entwicklungen zeigen.
Automotive-Bereich als Wachstumschance abseits des Kerngeschäfts
So hat Qualcomm im Automotive-Bereich unlängst richtungsweisende Zusammenschlüsse verkündet, um abseits des Kerngeschäfts Smartphone zu wachsen. Die Kooperationen mit Volkswagen und Hyundai unterstreichen die strategische Positionierung als Anbieter zentraler Rechenplattformen für softwaredefinierte Fahrzeuge.
Qualcomm liefert hier nicht nur klassische Infotainment-Lösungen, sondern entwickelt sich zum Herzstück zukünftiger Fahrzeugarchitekturen, in denen Rechenleistung, Konnektivität und KI-Funktionen zusammenlaufen. Dieser Markt wächst strukturell und bietet langfristig höhere Margen als das traditionelle Smartphone-Geschäft.
Qualcomm: Rechenzentren-Betrieb ist eine große Chance
Der strategisch bedeutendste Schritt ist jedoch Qualcomms Vorstoß in den Markt für KI-Rechenzentren. Qualcomm geht dort nicht den riskanten Weg Marktführer Nvidia technisch zu kopieren oder im klassischen KI-Training zu ersetzen, wie man annehmen könnte. Qualcomm setzt eine Stufe später an und könnte deswegen wirtschaftlich im KI-Rechenzentrenbereich so erfolgreich werden wie Nvidia. Wer heute die Qualcomm-Aktie kauft, investiert also nicht in einen Nvidia-Klon, sondern in einen aufstrebenden KI-Infrastrukturspieler, der dort verdient, wo KI im Alltag genutzt wird.
Denn der KI-Markt besteht nicht nur aus dem Training immer größerer Modelle mit immer größeren Anforderungen. In der Praxis werden KI-Modelle einmal trainiert. Hier thront Nvidia. Anschließend werden die Modelle jedoch millionen-, oft sogar milliardenfach, ausgeführt. Diese Ausführungsphase, die sogenannte Inference, ist der eigentliche Massenmarkt der künstlichen Intelligenz. Und dort entscheiden nicht die maximalen Spitzenleistungen eines Chips, sondern in erster Linie die Kosten pro Recheneinheit im laufenden Betrieb.
Neue Chipgeneration überzeugt mit einfacher Integration und günstigen Kosten
Mit den Plattformen AI200 und AI250 setzt Qualcomm dort an. Die AI200-Generation, deren Markteinführung für dieses Jahr vorgesehen ist, wurde gezielt für den Dauerbetrieb entwickelt. Sie setzt auf hohe Speicherkapazität, effiziente Datenverarbeitung und ist für den durchgängigen Einsatz in Rechenzentren optimiert. Für Betreiber großer Cloud- und Enterprise-Infrastrukturen ist das entscheidend, denn KI wird nicht punktuell genutzt, sondern dauerhaft in Geschäftsprozesse integriert.
Die AI250-Plattform, die ab 2027 folgen soll, ist dann die nächste technische Stufe. Qualcomm erweitert die Architektur für größere Modelle, höhere Bandbreiten und komplexere Anwendungen, ohne den Fokus auf Effizienz zu verlieren. Der Konzern zielt damit auf Rechenzentren, die KI produktiv skalieren müssen – etwa in Branchen wie Industrie, Verwaltung, Automotive-Clouds oder globale Plattformdienste. Der Qualcomm Strategie-Schwenk zielt also auf einen Markt ab, der langfristig größer ist als das reine Training einzelner Modelle – in dem der Konkurrenzdruck vermutlich auch zunehmen wird.
Nvidia dominiert den Markt für KI-Training und profitiert von seinem extrem starken Software-Ökosystem. Qualcomm hingegen baut eine horizontale KI-Plattform auf, die vom Smartphone über Fahrzeuge und Edge-Systeme bis ins Rechenzentrum reicht. Diese Durchgängigkeit ist ein struktureller Vorteil. Warum: Weil die gebrauchte KI-Rechenleistung zwischen Rechenzentrum und Endgerät aufgeteilt wird, was Kosten spart (Integration, Software-Aufwand, Energiebedarf). Dies ist der Kern und der Grund, warum man annehmen kann, dass Qualcomm erfolgreich sein wird.
Aktie für eine Branchengröße zu günstig bewertet
Wäre Qualcomm ein kleines, junges Unternehmen, das nur in diesem Bereich aktiv ist, wäre die Bewertung der Aktie vermutlich deutlich höher. Als „Smartphone-Dino“ gewährt der Markt Qualcomm aktuell nur ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 14, der Branchenschnitt liegt bei guten 25. Die spannende KI-Story verhallt derzeit noch, findet meines Erachtens jedoch spätestens dann Gehör, wenn es später in diesem Jahr Newsflow zum Vertrag zwischen Qualcomm und der saudi-arabischen Humain gibt.
Sobald die entsprechenden Systeme ausgeliefert sind, dürfte der Markt erste Umsätze einpreisen und das Potenzial hochsetzen, immerhin ist Qualcomm fester Bestandteil der dortigen KI-Infrastruktur. Dieser Vertrauensbeweis sollte das Vertrauen in die neuen Chips stärken und dann auch der Aktie Auftrieb geben.
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