Qualcomm: Mini-Tender bei $150 abgeblockt

Qualcomm wehrt sich gegen ein Mini-Tender-Angebot von Tutanota und bereitet sich auf sinkende Quartalsgewinne vor.

Auf einen Blick:
  • Aktie steigt nach Abwehr einer ungebetenen Offerte
  • Tutanota will bis zu 500.000 Aktien erwerben
  • Erwarteter Gewinnrückgang von fast zehn Prozent
  • Automotive-Sparte wächst um 15 Prozent

Qualcomm steht vor einer turbulenten Phase. Während sich der Halbleiter-Konzern auf die Veröffentlichung seiner nächsten Quartalszahlen vorbereitet, muss er sich gegen ein ungebetenes Manöver am Kapitalmarkt verteidigen. Die Gemengelage sorgt für deutliche Bewegung im Kurs: Die Aktie legte am Freitag um 9,63 Prozent auf 125,02 Euro zu.

Qualcomm Incorporated Aktie Chart

Abwehrschlacht gegen Tutanota

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ein sogenanntes Mini-Tender-Angebot der Investmentfirma Tutanota LLC. Diese beabsichtigt, bis zu 500.000 Stammaktien zu einem Preis von 150,00 US-Dollar pro Stück zu erwerben. Der Vorstand von Qualcomm empfiehlt den Aktionären offiziell, dieses Angebot abzulehnen.

Die Offerte ist an strikte Bedingungen geknüpft. Sie greift nur, wenn der Aktienkurs am letzten Handelstag vor Ablauf der Frist über der Marke von 150,00 US-Dollar liegt. Aktionäre könnten dadurch am Ende einen Preis erhalten, der unter dem eigentlichen Marktwert liegt. Hinzu kommt, dass solche Kleinstangebote nicht dem gleichen regulatorischen Schutz unterliegen wie klassische Übernahmeofferten.

Zahlen im Schatten des Smartphone-Zyklus

Ende April legt Qualcomm die Bilanz für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor. Analysten rechnen im Konsens mit einem Gewinn von 2,58 US-Dollar je Aktie. Das entspräche einem Rückgang von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz soll sich zwischen 10,59 Milliarden und 10,65 Milliarden US-Dollar einpendeln. Das Unternehmen kämpft derzeit mit Engpässen bei Speicherbausteinen und einer Normalisierung der Nachfrage im High-End-Handymarkt. Trotz dieser Widrigkeiten hält das Management an seinen Ausschüttungen fest. Neben einer Quartalsdividende von 0,92 US-Dollar verfügt der Konzern über eine Ermächtigung für Aktienrückkäufe im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar.

Wachstum abseits des Mobilfunks

Handys steuern weiterhin rund 73 Prozent der Chip-Umsätze bei. Um die Abhängigkeit von diesem zyklischen Geschäft zu verringern, forcierte das Management zuletzt den Ausbau der Automotive-Sparte. Dieses Segment wuchs im vergangenen Berichtszeitraum um 15 Prozent auf einen Umsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar.

Strategische Partnerschaften mit europäischen Autogruppen wie Volkswagen, Audi und Porsche bilden hier das Fundament. Parallel dazu verzeichnete der Bereich Internet of Things (IoT), der industrielle Computer und Edge-KI-Systeme umfasst, ein Plus von rund neun Prozent.

Für den 10. Juni 2026 ist die nächste Dividendenzahlung vorgesehen. Die Rendite für langfristig orientierte Anleger liegt damit bei etwa 2,7 Prozent. Im Fokus der kommenden Wochen bleibt die Geschwindigkeit, mit der Qualcomm den Übergang zur KI-Infrastruktur und in den Automobilsektor vorantreiben kann.

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