Der Halbleiterkonzern Qualcomm stellt die Weichen für sein künftiges Kerngeschäft und hat Sergio Buniac zum neuen Leiter der Sparten Mobile, Compute und Personal AI ernannt.
Die Verpflichtung des erfahrenen Managers, der am 2. September seine Rolle als Executive Vice President und Group General Manager antritt, erfolgt in einer Phase des strategischen Umbaus. Zugleich verdichten sich die Hinweise auf eine neue Generation von Flaggschiff-Prozessoren, die den technologischen Vorsprung im Smartphone- und PC-Markt sichern sollen.
Fokus auf Mobile und künstliche Intelligenz
Mit der Personalie Buniac besetzt Qualcomm eine Position nach, die seit Mai vakant war, nachdem der bisherige Spartenchef Alex Katouzian zum Wettbewerber Intel gewechselt war. Buniac blickt auf eine über 30-jährige Karriere bei Motorola zurück, wo er zuletzt seit 2018 als Präsident von Motorola Devices fungierte.
In seiner neuen Funktion berichtet er direkt an den CEO Cristiano Amon. Er übernimmt die Verantwortung für die umsatzstärksten Segmente des Konzerns zu einem Zeitpunkt, an dem die Integration von lokaler künstlicher Intelligenz (Personal AI) in Endgeräte zur zentralen Wachstumsstrategie erklärt wurde.
Parallel zur personellen Neuaufstellung bereitet das Unternehmen seinen jährlichen Snapdragon Summit vor, der vom 22. bis 24. September auf Maui stattfinden wird. Medienberichten zufolge wird Qualcomm dort zwei neue High-End-Chipsätze präsentieren, die voraussichtlich unter den Namen Snapdragon 8 Elite Gen 6 und Gen 6 Pro firmieren.
Die Prozessoren sollen im fortschrittlichen 2-Nanometer-Verfahren gefertigt werden und über die hauseigene Oryon-CPU-Architektur verfügen. Erste durchgesickerte Benchmark-Ergebnisse deuten auf einen deutlichen Leistungssprung hin, der insbesondere die Grafik- und KI-Rechenleistung betrifft.
Strategische Diversifizierung und Marktposition
Trotz der Dominanz im Mobilfunkmarkt treibt Qualcomm die Diversifizierung voran. Das Management verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2029 einen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar in Bereichen abseits des klassischen Smartphone-Geschäfts zu erzielen. Dazu zählen Rechenzentren, PCs, Robotik sowie die Automobilindustrie.
Letztere erwies sich zuletzt als stabiler Wachstumstreiber: Während der Umsatz im Handset-Segment im dritten Geschäftsquartal um 20 Prozent auf 5,09 Milliarden US-Dollar nachgab, konnte die Automotive-Sparte ein Rekordplus von 61 Prozent auf 1,59 Milliarden US-Dollar verzeichnen.
An der Börse spiegeln sich die gemischten Signale aus dem Smartphone-Markt und die ehrgeizigen Wachstumsziele in einer erhöhten Volatilität wider. Die Aktie notiert derzeit bei 138,08 € und liegt damit etwa 12 Prozent unter ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 156,40 €. Seit dem im Mai markierten 52-Wochen-Hoch von 222,90 € hat das Papier rund 38 Prozent an Wert verloren.
Zukünftige Impulse durch Kooperationen
Zusätzliche Impulse erhofft sich das Unternehmen von der Expansion im Laptop-Markt. Jüngst stellte das saudi-arabische Unternehmen HUMAIN ein neues KI-Notebook vor, das auf Qualcomms Snapdragon X Elite Prozessor basiert und speziell auf arabische Sprachmodelle optimiert ist. Solche Kooperationen unterstreichen die Bemühungen, Marktanteile im Bereich der Windows-basierten ARM-Laptops zu gewinnen.
Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik relevant: Die nächste Quartalsausschüttung in Höhe von 0,92 US-Dollar pro Aktie ist für den 24. September geplant.
Analysten, unter anderem von der Deutschen Bank, die im zweiten Quartal ihre Position in Qualcomm deutlich ausgebaut hat, bewerten die Aktie im Konsens überwiegend mit „Hold“. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 203,63 US-Dollar.
Neben dem Personalwechsel bei Wassim Chourbaji vor rund zwei Wochen zeigt die aktuelle Ernennung von Buniac, dass Qualcomm die Führungsebene konsequent auf die Anforderungen des KI-Wettbewerbs ausrichtet.
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