Der Halbleiterkonzern Qualcomm forciert seinen Wandel über das angestammte Smartphone-Geschäft hinaus. Mit neuen Zielmarken für die kommenden Geschäftsjahre will das US-Unternehmen ein gewichtiges Wort bei Prozessoren für künstliche Intelligenz mitreden. An der Börse verbucht das Papier zu Beginn der neuen Handelswoche jedoch Einbußen: Im heutigen Handel gibt die Aktie um 4,7 Prozent auf 149,52 Euro nach.
Ehrgeizige Meilensteine bis 2029
Auf der „Communacopia + Technology Conference“ von Goldman Sachs steckte das Management den künftigen Pfad für die Rechenzentrumssparte ab. Bis zum Geschäftsjahr 2027 strebt Qualcomm in diesem Segment einen Umsatz von rund fünf Milliarden US-Dollar an. Für das Geschäftsjahr 2029 peilt der Konzern sogar Erlöse von etwa 15 Milliarden US-Dollar an.
Rückenwind für diesen Expansionskurs liefert eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Amazon Web Services. Wie Reuters berichtete, entwickeln die beiden Konzerne maßgeschneiderte KI-Chips für Rechenzentren sowie optische Verbindungstechnik. Nach Angaben von Qualcomm könnte die Vereinbarung über die Zeit hinweg Produktabnahmen im Volumen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar nach sich ziehen.
Erste messbare Beiträge aus der Kooperation erwartet der Halbleiterspezialist bereits für das laufende Quartal bis Dezember. Für Anleger markiert der Vorstoß einen entscheidenden Schritt, um die Abhängigkeit vom zyklischen Mobilfunkmarkt zu verringern. Die Erschließung großer Cloud-Anbieter eröffnet dem Unternehmen eine breitere industrielle Basis.
Optionsscheine für Großkunden und Analystenlob
Teil der Abmachung mit AWS ist eine aktienbasierte Bindung des Cloud-Riesen. Amazon erhielt Warrants zum Erwerb von bis zu 25 Millionen Qualcomm-Aktien zu einem Bezugspreis von je 161,26 US-Dollar. Die Zuteilung dieser Optionsrechte ist direkt an die tatsächlichen Bestellungen im Rahmen der kommerziellen Partnerschaft gekoppelt.
Die strategischen Schritte fanden auch an der Wall Street Beachtung. Am Freitag stufte das Analysehaus Piper Sandler die Aktie von einer zuvor niedrigeren Bewertung auf die Einstufung „Hold“ herauf.
Medienberichten zufolge verzeichnete das Papier zudem institutionelle Umschichtungen: Während die saudi-arabische Zentralbank ihren Bestand kürzlich um 35.453 Aktien aufstockte, reduzierte die Beratungsgesellschaft Concurrent Investment Advisors ihre Position im zweiten Quartal 2026 um 35,5 Prozent.
Trotz der jüngsten Kursschwäche behauptet sich das Papier im mittelfristigen Trendkanal. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert die Aktie 2,7 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 145,61 Euro. Ob die ambitionierten Milliardenziele in den kommenden Quartalen die Bewertung nachhaltig stützen, hängt vor allem am tatsächlichen Hochlauf der Auslieferungen an AWS.
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