Qualcomm Aktie: Morgan Stanley dreht die Meinung

Qualcomm präsentiert ambitionierte Ziele für 2029 und gewinnt Morgan Stanley als optimistischeren Analysten. Der Fokus liegt auf KI-Rechenzentren.

Auf einen Blick:
  • Neue Prognose: 40 Mrd. Dollar Umsatz bis 2029
  • KI-Infrastruktur als zentraler Wachstumstreiber
  • Liefervertrag mit Meta für Server-CPUs
  • Morgan Stanley hebt Kursziel auf 231 Dollar

Lange galt Qualcomm an der Wall Street als reiner Smartphone-Chiphersteller — ein Geschäftsmodell mit Deckel. Das änderte sich gestern Abend schlagartig.

Auf seinem Investor Day in New York stellte Qualcomm eine überarbeitete Langfristprognose vor, die das Unternehmen neu definiert. Außerhalb des klassischen Handset-Geschäfts peilt das Management nun für das Geschäftsjahr 2029 Einnahmen von 40 Milliarden Dollar an — doppelt so viel wie das bisherige Ziel von 22 Milliarden Dollar. Im nachbörslichen Handel reagierten Anleger unmittelbar: Die Aktie sprang um 13 Prozent auf rund 223 Dollar.

Rechenzentren als neues Kerngeschäft

Den größten Wachstumshebel sieht Qualcomm im Rechenzentrumsmarkt. Bis 2029 soll allein die KI-Infrastruktur 15 Milliarden Dollar beisteuern. Für das Geschäftsjahr 2027 ist bereits ein Umsatzziel von 5 Milliarden Dollar aus diesem Segment geplant — ein konkreter Meilenstein, der die Investmentstory stützt.

Hinzu kommt ein mehrjähriger Liefervertrag mit Meta für Datencenter-CPUs. Qualcomms neuer Dragonfly C1000 — mit über 250 Kernen und PCIe Gen 7 — soll Metas nächste Server-Generation antreiben, Produktion ab der zweiten Jahreshälfte 2028. Außerdem übernimmt Qualcomm das KI-Softwareunternehmen Modular, dessen Plattform KI-Modelle hardwareübergreifend lauffähig macht.

Morgan Stanleys Kurswende

Besonders auffällig: Morgan Stanley stuffte Qualcomm von „Underweight“ auf „Equalweight“ hoch und hob das Kursziel von 146 auf 231 Dollar. Das Haus begründet den Schritt mit dem soliden Ausblick für 2027 und wertet Qualcomm nun als Unternehmen, das im Rechenzentrumsmarkt mitspielt.

Allerdings bleibt Morgan Stanley selektiv optimistisch. Das 15-Milliarden-Ziel für 2029 sei weniger gesichert. Beim KI-Accelerator-Geschäft sieht die Bank Qualcomm im Nachteil gegenüber Cerebras und Nvidias LPU-Architektur. Der Microsoft-Referenzauftritt auf dem Investor Day sei ein Indiz, aber noch keine feste Zusage.

Das Analystenbild ist damit zweigeteilt: Die nahe Zukunft überzeugt, die ambitionierten Langfristziele tragen noch ein Fragezeichen. Entscheidend wird sein, ob Qualcomm bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 — dem Start der Accelerator-Rampe — belastbare Produktdetails liefern kann.

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