Qualcomm-Aktie: Erste handfeste Ergebnisse!

Der Halbleiterhersteller erzielt Rekordumsätze im Automobilgeschäft, sieht sich aber weiterhin strukturellem Gegenwind im Smartphone-Kernmarkt ausgesetzt.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs startet mit neutraler Bewertung und Kursziel
  • Rekordumsatz im Automobilbereich im ersten Quartal 2026
  • Massives Aktienrückkaufprogramm und Dividendenanhebung
  • Aktie wird deutlich unter historischem Durchschnitt gehandelt

Qualcomm befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Der Halbleiter-Riese versucht, seine Abhängigkeit vom Smartphone-Markt zu verringern und sich stattdessen als Kraftzentrum für Automobil-Elektronik und Industrie-Technologie zu etablieren. Eine aktuelle Analyse von Goldman Sachs verdeutlicht jedoch, dass dieser Umbau Zeit benötigt und die Risiken derzeit noch die Chancen ausgleichen.

Goldman Sachs sieht begrenztes Potenzial

Analyst James Schneider hat die Beobachtung der Aktie mit einer „Neutral“-Bewertung und einem Kursziel von 135 US-Dollar (rund 124 Euro) gestartet. Zwar liegt dieses Ziel über dem aktuellen Kurs von 111,36 Euro, allerdings spiegelt die Einstufung ein vorsichtiges Marktumfeld wider. Die strategischen Erfolge in neuen Segmenten werden nach Ansicht der Experten momentan durch strukturellen Gegenwind im mobilen Kerngeschäft neutralisiert.

Besonders der angekündigte Wechsel von Apple zu eigenen Modem-Lösungen und die veränderte Dynamik bei chinesischen Smartphone-Herstellern bereiten Sorgen. Diese Faktoren dürften das fundamentale Wachstum in naher Zukunft bremsen, selbst wenn die technologische Basis des Unternehmens weiterhin als stark gilt.

Rekordfahrt im Auto-Sektor

Die Diversifizierungsstrategie liefert unterdessen erste handfeste Ergebnisse. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Qualcomm im Automobil-Bereich einen Rekordumsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen nutzt sein geistiges Eigentum erfolgreich, um in Hochwachstumsfelder wie Edge-KI und Rechenzentren vorzudringen.

Auch operativ gibt es Fortschritte: Trotz einer weltweiten Knappheit bei Speicherbausteinen, die die Produktion zu Jahresbeginn bremste, verbesserte sich das Bestandsmanagement deutlich. Die Vorratstage sanken von 145 auf 109 Tage.

Aktionäre werden bei Laune gehalten

Um das Vertrauen der Investoren während dieser Übergangsphase zu sichern, setzt das Management auf massive Kapitalrückführungen.
– Autorisierung eines Aktienrückkaufprogramms über 20 Milliarden US-Dollar
– Erhöhung der Quartalsdividende von 0,89 auf 0,92 US-Dollar
– Aktuelle Dividendenrendite von etwa 2,8 Prozent

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 12 wird der Titel derzeit deutlich unter seinem historischen Durchschnitt gehandelt. Ob dies eine Unterbewertung darstellt, wird sich Ende April 2026 zeigen, wenn Qualcomm den nächsten Quartalsbericht vorlegt. Marktteilnehmer achten dann vor allem darauf, ob das Wachstum in den Bereichen Automotive und Internet der Dinge schnell genug beschleunigt, um die geringeren Lieferungen an große Smartphone-Partner auszugleichen.

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