Qualcomm Aktie: Automotive-Umsatz erreicht 1,6 Milliarden

Qualcomm fokussiert sich auf Budget-Laptops und Autochips, um sinkende Apple-Erlöse auszugleichen. Preiserhöhungen sollen Margen stabilisieren.

Auf einen Blick:
  • Neuer Snapdragon C für günstige Laptops
  • Rekordumsatz bei Auto-Chips
  • Apple-Erlöse brechen deutlich ein
  • Preiserhöhungen wegen Speicherknappheit

Qualcomm richtet seine Strategie massiv neu aus, um die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden zu verringern. Während das Unternehmen am heutigen Montag einen Kursrückgang von 2,3 % auf 139,84 € verzeichnet, rücken neue Geschäftsfelder in den Fokus. Besonders der Markt für preiswerte Computer und die Automobilbranche sollen künftig das Wachstum sichern, da im Kerngeschäft mit Smartphone-Komponenten saisonaler Gegenwind droht.

Neue Laptop-Chips und Rekorde im Automobilsektor

Mit der Vorstellung des Snapdragon C Prozessors zielt Qualcomm auf das Segment der Budget-Laptops ab 300 US-Dollar. Die neue Architektur mit acht Kernen soll deutlich effizienter arbeiten als vergleichbare Konkurrenzprodukte und beim Streaming sowie Videokonferenzen signifikante Vorteile bei der Akkulaufzeit bieten.

Partner wie Acer, HP, Asus und Lenovo bereiten bereits erste Geräte vor. Parallel dazu meldete die Sparte für Automobil-Chips im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 61 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. BMW hat das Unternehmen zudem als führenden Lieferanten für Computer-Chips benannt.

Diese Expansion ist notwendig, da das Unternehmen für das vierte Quartal mit einem Rückgang der Erlöse durch Apple-Produkte rechnet. Medienberichten zufolge wird erwartet, dass dieser Umsatzanteil zwischen September und Dezember um etwa 50 % einbricht.

Um dies aufzufangen, setzt Finanzvorstand Akash Palkhiwala verstärkt auf das Geschäft mit Rechenzentren, das bis zum Geschäftsjahr 2027 rund 5 Milliarden US-Dollar zum Umsatz beisteuern soll. Bis 2029 wird in diesem Bereich sogar ein Zielwert von 15 Milliarden US-Dollar angestrebt.

Steigende Kosten erzwingen Preiserhöhungen

Trotz der Wachstumsinitiativen sieht sich das Management mit steigenden Herstellungskosten konfrontiert. Eine anhaltende Knappheit bei Speicherchips belastet die Kalkulation. CEO Cristiano Amon kündigte deshalb zweistellige Preiserhöhungen an, um die Bruttomarge im Bereich von 48 bis 50 % zu stabilisieren.

Im am 29. Juli gemeldeten dritten Quartal lag die operative Marge im Chip-Segment bei 26 %. Die höheren Kosten für Vorprodukte könnten die Profitabilität jedoch kurzfristig unter Druck setzen, insbesondere da der Markteintritt bei Rechenzentren die Marge zunächst um bis zu 2 % verwässern dürfte.

Zusätzlich zu den operativen Herausforderungen gibt es Bewegung im Aktionärskreis. Institutionelle Investoren wie Chicago Trust und Patriot Financial Group haben ihre Bestände im zweiten Quartal deutlich reduziert. Demgegenüber stehen Aufstockungen durch große Fondshäuser wie Vanguard und Wellington, während die Norges Bank eine neue Position im Wert von über 2,5 Milliarden US-Dollar aufgebaut hat.

Analysten bleiben angesichts des Margendrucks vorsichtig

An der Börse wird die aktuelle Entwicklung mit Skepsis beobachtet. Das Papier notiert derzeit rund 37 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Mai erreicht wurde. Analysten äußern sich in ihren jüngsten Einschätzungen zurückhaltend. Die Experten von Evercore nennen ein Kursziel von 159 US-Dollar, während das Analysehaus Sanford C. Bernstein den fairen Wert bei 165 US-Dollar sieht.

Ein wesentlicher Faktor für die künftige Bewertung wird sein, wie schnell das Wachstum außerhalb des Handset-Marktes die Verluste bei traditionellen Großkunden kompensieren kann. Für das kommende Geschäftsjahr 2026 wird in diesen neuen Bereichen eine Wachstumsrate von über 60 % erwartet.

Anleger warten nun auf den nächsten Quartalsbericht, der für den 4. November terminiert ist, um weitere Klarheit über die Durchsetzung der angekündigten Preiserhöhungen zu erhalten.

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