Qualcomm Aktie: Arm-Prozess mit Milliardenrisiko

Symbolbild, KI-generiert

Ein Gericht prüft Qualcomms Lizenzforderungen und mögliche Schäden; der Ausgang könnte die finanzielle Belastung des Konzerns bestimmen.

Auf einen Blick:
  • Qualcomm fordert fünf Jahre ohne Lizenzzahlungen
  • Mögliche Zahlungspause steht richterlich zur Prüfung
  • Meta-Deal verlor laut Qualcomm 170 Millionen Dollar
  • XREAL kündigte XR-Brille mit Snapdragon-Technik an

Vor einem Bundesgericht in Delaware hat der nächste Akt im Dauerstreit zwischen Qualcomm und Arm begonnen. Qualcomm will fünf Jahre lang keine Lizenzgebühren mehr zahlen, ein Betrag, der in die Milliarden gehen könnte. Die Aktie schloss am Montag mit einem Minus von 2,16 Prozent bei 177,12 Dollar.

Vorwürfe rund um den Meta-Deal

Qualcomm wirft Arm vor, vertraglich zugesagte Chip-Testwerkzeuge zurückzuhalten. Außerdem soll Arm ein Schreiben aus dem Jahr 2024 an die Medien durchgestochen haben, in dem das Unternehmen mit der Kündigung einer zentralen Lizenzvereinbarung drohte. Das habe Gespräche über ein Chipgeschäft mit Meta beschädigt.

Qualcomms Anwältin Karen Dunn sagte den Geschworenen, man habe kurz vor dem Abschluss gestanden. Meta sei verunsichert gewesen, ob Qualcomm seine Lizenz behält. Bis zum Vertragsschluss habe der Deal 170 Millionen Dollar an Wert verloren. „Verzögerung ist teuer“, so Dunn.

Arms Anwalt Gregg LoCascio hielt dagegen. Meta habe sich schlicht von VR-Headsets hin zu KI-Brillen bewegt und deshalb die finanziellen Konditionen für Qualcomm-Chips angepasst. „Sie wurden nicht im Geringsten geschädigt.“

Streit um Lizenzpreise

Parallel läuft ein Verfahren ohne Jury, in dem Richterin Maryellen Noreika klärt, ob Arm bei den Verhandlungen über die nächste Architekturversion in gutem Glauben handelte. Qualcomms Lizenzvertrag läuft bis 2033. Konzernchef Cristiano Amon sagte als Zeuge aus.

Qualcomms Anwälte verwiesen dabei wiederholt auf eine Grafik. Sie zeigt, dass Arm beim Wechsel von Version 9 auf Version 10 die Lizenzgebühren um 18.500 Prozent anheben wollte.

Arm konterte mit einem Vertrag aus dem Jahr 2013, der die Gebühr auf 1,88 Dollar pro Chip begrenzt, sobald er mindestens fünf Prozessorkerne hat. Heute gebe es Rechenzentrumschips mit 288 Kernen. Qualcomm zahle also für fünf Kerne und bekomme „283 gratis“, so die Arm-Seite. Amon entgegnete: „Ich sehe das nicht so.“

Noreika prüft zudem, ob sie die fünfjährige Zahlungspause aus dem Vertrag streicht. Dann könnte Qualcomm nur geringeren Schadenersatz verlangen.

Rückenwind aus dem Brillengeschäft

Operativ gibt es derweil eine kleine Nachricht am Rande. XREAL hat den Preis seiner Android-XR-Brille AURA ab 1.279 Dollar angekündigt. Sie läuft auf Qualcomms Snapdragon Reality Elite und entstand gemeinsam mit Google. Der Verkauf soll noch in diesem Jahr starten, zunächst in den USA, Kanada, Japan und Südkorea.

Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt. Arm hatte Qualcomm 2022 verklagt, 2024 errang Qualcomm einen wichtigen Teilsieg. Ob die Richterin die Zahlungspause kippt, dürfte das finanzielle Ausmaß dieser Runde maßgeblich bestimmen.

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