Ein Rückgang von 2 Prozent war eingepreist, gekommen ist ein stabiler Umsatz. Qiagen hat im zweiten Quartal die eigene Prognose übertroffen und zeigt damit, dass die im Frühjahr gesenkten Jahresziele solide fundiert waren.
Der Umsatz lag zwischen April und Juni bei 535 Millionen Dollar — praktisch auf Vorjahresniveau, nachdem der Diagnostikkonzern selbst mit einem Minus gerechnet hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 0,62 Dollar und lag damit über der eigenen Zielmarke von mindestens 0,60 Dollar. Der Nettogewinn stieg auf 103,4 Millionen Dollar, nach 96,3 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Wachstumsträger fangen US-Schwäche auf
Konzernchef Thierry Bernard führte die Überraschung auf die sogenannten Wachstumsträger zurück. Probentechnologien, das Gerät QIAcuity und die Digitalsparte QDI legten zusammen um rund 5 Prozent zu. Der Tuberkulose-Test QuantiFERON wuchs trotz sinkender Nachfrage der US-Einwanderungsbehörden noch leicht — ein Bereich, der im Frühjahr noch für eine Senkung der Jahresziele gesorgt hatte.
Belastend blieb dagegen der anhaltende Spardruck bei US-Kunden im Instrumentengeschäft. Die bereinigte operative Marge hielt sich trotzdem bei 29,4 Prozent, der operative Cashflow der ersten Jahreshälfte lag bei 301 Millionen Dollar.
Ausblick bestätigt, Dividende deutlich höher
Für das Gesamtjahr bleibt Qiagen bei seiner Linie: Umsatzwachstum von 1 bis 2 Prozent zu konstanten Wechselkursen und ein bereinigter Gewinn von mindestens 2,43 Dollar je Aktie. Diese Ziele hatte das Unternehmen im Frühjahr bereits von ursprünglich mindestens 5 Prozent Wachstum nach unten korrigiert, begründet mit der schwächeren QuantiFERON-Nachfrage in den USA.
Finanzchef Roland Sackers verwies zudem auf eine um 40 Prozent höhere Dividende gegenüber 2025 — finanziert auch durch die anhaltend starke Cashflow-Generierung, während gleichzeitig Investitionen nach der Parse-Übernahme finanziert werden.
Für das dritte Quartal erwartet Qiagen ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 1 bis 2 Prozent sowie einen bereinigten Gewinn von mindestens 0,62 Dollar je Aktie. Bernard sprach von wachsendem Rückenwind durch neue Produkteinführungen, insbesondere bei Probenvorbereitungssystemen und QIAcuity-Genexpressionskits — Zuversicht, die sich nun an der stärkeren zweiten Jahreshälfte messen lassen muss.
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