Die Aktie von Puma steht unter Druck, nachdem der fränkische Sportartikelkonzern am Mittwoch Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hat. Der Umsatz sank währungsbereinigt um sechs Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern fiel ein operativer Verlust von 11,4 Millionen Euro an, während das Unternehmen vor Jahresfrist noch einen Gewinn von 16,2 Millionen Euro verbuchen konnte. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 54,9 Millionen Euro.
Ergebnisprognose eingeengt und Investitionen gedrosselt
Puma hat die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr präzisiert. Das operative Ergebnis soll nun zwischen 80 und 130 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte das Management eine deutlich breitere Spanne zwischen 50 und 150 Millionen Euro Verlust in Aussicht gestellt. Die Einengung nach oben dürfte darauf hindeuten, dass sich die Lage zumindest nicht weiter verschärft hat.
Gleichzeitig drosselt das Unternehmen aus Herzogenaurach seine Investitionen mit Verweis auf das schwierige Marktumfeld auf weniger als 150 Millionen Euro. Ursprünglich waren 200 Millionen Euro eingeplant. Beim währungsbereinigten Umsatz bleibt es bei der Erwartung eines Rückgangs um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz. Die Sparmaßnahmen erscheinen angesichts der roten Zahlen nachvollziehbar, werfen aber die Frage auf, ob Puma dadurch wichtige Zukunftsinvestitionen verschiebt.
Anta-Einstieg sorgt für Verunsicherung in China
Anfang Oktober hatte der chinesische Sportartikelriese Anta Sports seinen im Juni angekündigten Einstieg bei Puma perfekt gemacht. Anta hält nun 29,1 Prozent der Anteile und stellt den Aufsichtsratschef. Doch die Partnerschaft scheint nicht nur positive Effekte zu haben. Bei den Großhändlern in China löste der Einstieg offenbar Unmut aus, weil Anta dort radikal auf den Direktvertrieb über eigene Läden und Online-Shops setzt.
Puma bestätigte in seiner Mitteilung, dass „nach der Ankündigung der geplanten Beteiligung von Anta Sports an Puma die Nachfrage von Handelspartnern in China zurückhaltender ausfiel“. Die Händler dürften befürchten, künftig umgangen zu werden. Wie sich diese Spannungen auf das China-Geschäft auswirken, bleibt abzuwarten. Der wichtige chinesische Markt könnte sich als Belastung erweisen, wenn Puma und Anta keine Lösung finden, die auch die bestehenden Handelspartner einbindet.
Verlust bleibt Verlust: Puma ist im roten Bereich und bleibt zumindest unter Value-Investoren umstritten. Die jüngsten Kursgewinne sind beeindruckend, Analysten treten allerdings auf die Bremse.
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